Mediennews

App-Test: Kinderschutz und Datenschutz bedenklich

(28.06.2017) Stiftung Warentest und jugendschutz.net haben zusammen 50 beliebte und umsatzstarke Apps, die für Kinder freigegeben sind, auf Kinderschutz und Verbraucherfallen untersucht. „Was wir gefunden haben, ernüchtert“, sagt Danielle Leven, Projektleiterin für die Untersuchung bei der Stiftung Warentest.

Allerdings: Auf das Spielen verzichten sei für die meisten Familien vermutlich auch keine Lösung, heißt es in der Studie, die Eltern folgendes rät:
• Die Spiele ihrer Kinder ausprobieren und mitspielen.
• Die Konten in den Stores mit einem Passwort schützen, um unerwünschte Käufe während des Spielens zu verhindern.
• Nicht altersgerechte Apps mit einer Kindersicherung sperren.
• Offline spielen: Chatfunktion, Werbevideos und In-App-Käufe funktionieren nicht, wenn man offline spielt. Etliche der untersuchten Apps konnten ohne Internetverbindung gespielt werden.

Internetsucht bei Kindern

(16.06.2017) Wann sind Kinder internetsüchtig, wie beginnt die Sucht und was können Eltern dagegen tun? All diese Fragen beantwortet die Sozialpädagogin Christina Schadt von der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin, pad e. V. im Interview mit der Zeitschrift Eltern. Sie erklärt auch, welche Kriterien über längere Zeit erfüllt sein müssen, um von einer Sucht sprechen zu können.

Wie lernen Schüler den Umgang mit Nachrichten?

(07.06.2017) Nachrichtenkompetenz wird in der schulischen Bildung vernachlässigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Kommunikationswissenschaftler im Auftrag der Stiftervereinigung der Presse erstellt haben. Erste Ergebnisse der Studie sind in einem Beitrag von Lutz M. Hagen, Rebecca Renatus und Anja Obermülller zusammengefasst, der bei der Stiftung zum Download bereit steht. Angesichts eines eher schwach ausgeprägten Vertrauens großer Teile der Bevölkerung in die Nachrichtenmedien und angesichts des falschen Etiketts „Lügenpresse“, das eine laute Minderheit der Bevölkerung den deutschen Medien anhänge, stelle sich die Frage, über wie viel Nachrichtenkompetenz die Bevölkerung verfügt, so die Autoren. Und: „Als zentraler Sozialisationsinstanz obliegt es in erster Linie der Schule, einen kompetenten Umgang mit Nachrichten zu fördern und in diesem Sinne die Voraussetzung für ein funktionierendes demokratisches Gemeinwesen zu schaffen“, heißt es weiter.

Kultusministerkonferenz bekennt sich zum Digitalpakt Schule

(01.07.2017) Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich auf ihrer heutigen Sitzung zu den Eckpunkten des „Digitalpakts Schule“ bekannt. Darin hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, die digitale Bildung in den Schulen zu unterstützen. Der Bund hat rund fünf Milliarden Euro im Zeitraum von 2018 bis 2022 für den Ausbau der IT-Infrastruktur in den Schulen in Aussicht gestellt. Die GEW begrüßte das Konzept grundsätzlich, forderte jedoch ein langfristiges Finanzierungskonzept, das zusätzliche personelle Ressourcen einschließt. Außerdem dürfe die Digitalisierung nicht zu einer weiteren sozialen Spaltung der Gesellschaft führen. Deshalb müsse das Prinzip der Lernmittelfreiheit auch hier gelten, betonte die GEW.

Übermäßiger Medienkonsum: Gesundheitsgefahr für Kinder

(30.05.2017) Die Digitalisierung ist nicht ohne Risiko, zumindest dann, wenn der Medienkonsum außer Kontrolle gerät. Das belegt die heute vorgestellte BLIKK-Medienstudie. Demnach reichen die gesundheitlichen Risiken übermäßigen Medienkonsums für Kinder von Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys über Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis zu Konzentrationsstörungen im Grundschulalter. Dabei stellen die Autoren der Studie die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung nicht in Frage. Sie verweisen aber auf das Risiko eines unkontrollierten Medienkonsums, wenn Kinder nicht frühzeitig digitale Medienkompetenz erlernen. Das Projekt „BLIKK-Medien – Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz und Krankheiten – Kinder und Jugendliche im Umgang mit elektronischen Medien“ wurde gemeinsam vom Institut für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung der RFH Köln (iMöV) und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) entwickelt. Der Deutsche Kinderschutzbund und die Deutsche Sportjugend sind als Kooperationspartner in das Projekt integriert. Es steht unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten des Bundes.

Kinder und Jugendlich: (fast) immer online

(16.05.2017) 67 Prozent der 10- bis 11-Jährigen in Deutschland verfügen über ein eigenes Smartphone – ab 12 Jahren gehört das Gerät dann für so gut wie alle Jugendliche zur Standardausstattung – so das Ergebnis einer aktuellen bitkom-Studie. Und 72 Prozent der 10- bis 11-Jährigen nutzen bereits WhatsApp. Bei den älteren Jugendlichen ab 14 Jahren ist es dann beinahe jeder (96 Prozent). Auch das digitale spielen steht weiter hoch im Kurs: Kinder und Jugendliche in Deutschland verbringen täglich fast zwei Stunden mit Computer- und Videospielen. Während Mädchen rund 89 Minuten pro Tag spielen, sind es bei den Jungen im Schnitt 139 Minuten.

Digitales Lernen fördern

(10.05.2017) Schulen sollten digitaler werden. Das fordert der Aktionsrat Bildung. In seinem aktuellen Gutachten „Bildung 2030 – veränderte Welt. Fragen an die Bildungspolitik“ bezieht sich der Aktionsrat unter anderem auf die TIMSS-Studie von 2011, wonach Grundschüler in Deutschland, in deren Unterricht mindestens einmal wöchentlich Computer eingesetzt wurden, deutlich bessere Kompetenzen im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften zeigten, als jene, die seltener als einmal pro Woche Computer im Unterricht nutzten. Das Gutachten des Aktionsrats umfasst insgesamt zwölf Themengebiete.

Datenschutz im Schulalltag

(08.05.2017) „Was kann ich tun, wenn heimlich gefertigte Unterrichtsmitschnitte von mir veröffentlicht werden?“ „Darf ich mit meiner Klasse mittels Facebook, WhatsApp und iMessage schulisch kommunizieren?“ Antworten auf diese und weitere Fragen zum schulischen Datenschutz gibt der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte jetzt in einem Praxisleitfaden für Lehrkräfte.

Besser lernen?

(27.04.2017) Was bringen digitale Schulbücher? Was sollten sie bieten? Und müssen auch analoge Schulbücher neu gedacht werden? Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg berichtet.

Mit Künstlicher Intelligenz gegen Fake News

(26.04.2017) Anhand von Bildern wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern künftig Fake News entlarven. Ihr Ausgangspunkt: Fake News werden oftmals mit falschen, aus einem anderen Zusammenhang stammenden oder manipulierten Bildern versehen. Mit verschiedenen Bilderkennungswerkzeugen will der dazu von den Forschern entwickelte Prototyp „NewsVerifier“ Auffälligkeiten erkennen und den Nutzern mitteilen.

WhatsApp im Unterricht – dürfen Lehrer das?

(24.04.2017) SPIEGEL ONLINE hat sich bei mehreren Datenschutzbeauftragten umgehört. Ein Ergebnis: Die Regelungen sind unterschiedlich. WhatsApp und Co. sind in manchen Bundesländern generell verboten, in anderen nicht.

Journalismus-Kurse für Lehrer

(24.04.2017) Niedersächsische Lehrer, die ihren Schülern Medienkompetenz beibringen wollen, können jetzt vier zweitägige Journalismus-Crashkurse belegen, berichtet der NDR . Dort lernen sie, wie man Nachrichten schreibt, recherchiert oder bei Interviews unangenehme Fragen stellt und nachhakt.Ziel ist, den Schülern kritisches Denken beizubringen, sodass diese beispielsweise Fake News entlarven können. Finanziert wird die Weiterbildung vom niedersächsischen Kultusministerium.

Cybermobbing – negativer Einfluss auf Schulleistung?

(19.04.2017) Psychologen der Universität Nottingham (Großbritannien) haben in einer aktuellen Studie, ob und wie Cybermobbing mit der Einstellung zu Schule und Lernen zusammenhängen. Das berichtet Report Psychologie Report Psychologie, die Zeitschrift des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Eine negative Einstellung – sowohl bei Opfern wie Tätern – gegenüber Schule und Lernen konnten die Forscher demnach besonders bei Mädchen ausmachen, die mehrfach mit Cybermobbing zu tun hatten. Selbst Cybermobbing, das vorwiegend außerhalb der Schulzeit stattfand, hatte einen negativen Einfluss auf die Einstellung zur Schule. Dies, so die Schlussfolgerung, müsse sowohl bei der Entwicklung von Interventionen als auch in der Präventionsarbeit beachtet werden.

Nach 30 Minuten Schluss? Zeitlimits für PC und Co.

(05.04.2017) Experten empfehlen immer wieder bestimmte Zeitlimits für Kinder an PC, Fernseher oder Smartphone. Sind diese Empfehlungen sinnvoll? Eher nicht. Das meinen jedenfalls jetzt verschiedene Neurowissenschaftler und Psychologen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Studien dokumentierten zum Beispiel auch positive Effekte des Medienkonsums. Zitiert wird unter anderen Anne Scheel vom Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie empfiehlt Eltern, sich mit den Medieninhalten auseinanderzusetzen, statt exakte Minuten-Kontingente vorzugeben.

Medientipps

klicksafe: Neues Online-Quiz „Hate Speech – Hass im Netz“

Saferinternet.at: Privatsphäre-Leitfaden: Sicher unterwegs in Musical.ly

Bayerische Landeszentrale für neue Medien / Landesmedienzentrale Rheinland-Pfalz: Das „kleine ABC der Informatik“: Algorithmen

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Stiftung Medienpädagogik Bayern: Apps sicher nutzen – Mobile Geräte in Kinderhand (pdf)

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