Am 3. Februar hat Ägypten Roblox landesweit gesperrt. Der Supreme Council for Media Regulation blockiert die Plattform wegen “erheblicher Risiken für Minderjährige”. Ägypten ist bereits das fünfte Land im Nahen Osten, das Roblox aus Gründen des Kinderschutzes verbietet. Die Plattform gerät weltweit immer stärker unter Druck, weil etwa 40 Prozent aller Spieler unter 13 Jahre alt sind und Pädophile die Plattform nutzen, um Kontakt zu Kindern aufzunehmen.
Das Kernproblem: Pädophile nutzen die Plattform für Grooming
Seit Jahren häufen sich Berichte über Kindesmissbrauch auf Roblox. Pädophile nutzen die Plattform für Grooming, manipulieren Kinder und nehmen in manchen Fällen sogar persönlichen Kontakt auf. Seit 2018 wurden in den USA mindestens 30 Personen verhaftet, weil sie Kinder über Roblox kontaktiert und später missbraucht oder entführt haben. Dazu kommen Probleme mit sexuellen Inhalten, Hassbotschaften und Spielen, die Selbstverletzung fördern.
Trotz Sicherheitsmaßnahmen schaffen es Kinder regelmäßig, die Filter zu umgehen und auf Inhalte zuzugreifen, die sie nie sehen sollten. Das Kernproblem liegt im Design der Plattform: Roblox ist eine offene Welt, in der jeder Inhalte erstellen kann. Täglich werden Millionen neuer “Experiences” hochgeladen, und viele davon sind harmlos. Aber einige sind explizit darauf ausgelegt, Kinder zu manipulieren oder auf unangemessene Inhalte zu locken, und die automatischen Filter von Roblox versagen regelmäßig.
Die Entscheidung ist nicht überraschend
In Ägypten kam die Entscheidung nicht überraschend. Schon im Januar hatten niederländische und französische Behörden Untersuchungen gegen Roblox eingeleitet. In Frankreich erklärte Sarah El Haïry, die High Commissioner for Children, dass Themen wie Pädophilie und sexuelle Belästigung auf der Plattform große Besorgnis auslösten. In den Niederlanden prüft die Authority for Consumers and Markets, ob Roblox in der EU überhaupt sicher genug ist. Auch in Australien kocht die Stimmung hoch. Mehrere Politiker fordern, dass Roblox seine Altersfreigabe verliert. Die Abgeordnete Anika Wells nannte die Plattform “verstörend”, nachdem sie gesehen hatte, wie leicht Kinder auf sexuelle Inhalte zugreifen können. Die australische Regierung droht mit Strafen in Höhe von 49,5 Millionen australischen Dollar, wenn Roblox das Problem nicht in den Griff bekommt.
Länder mit Roblox-Verbot:
- Irak (Oktober 2025) – Verbot wegen “Unvereinbarkeit mit sozialen Werten”
- Libanon (Oktober 2025) – 30% der Minderjährigen könnten auf unangemessene Inhalte zugreifen
- Palästina (November 2025) – Verbot zum “digitalen Schutz von Kindern”
- Ägypten (Februar 2026) – “Erhebliche Risiken für Minderjährige”
- Indonesien (August 2025, zeitweise) – Temporäres Verbot bis Verbesserung der Chat-Filter
Extremistengruppen nutzen Roblox für Rekrutierung
Auch in Zentralasien wächst der Druck. In Kasachstan forderte die Abgeordnete Unzila Shapak im Januar Maßnahmen gegen Roblox und nannte Pädophilie, Betrug und Suchtverhalten als Hauptprobleme. Kirgisistan mahnte der Parlamentarier Janybek Amatov an, dass Plattformen wie Roblox und Minecraft besser reguliert werden müssten, nachdem dort Pädophile aktiv waren.
In Indonesien wurde Roblox im August 2025 vorübergehend gesperrt, bis das Unternehmen seine Chat-Filter verbesserte. Die Stadt Surabaya hat Roblox in Schulen komplett verboten, nachdem mehrere Fälle von sexuellen Übergriffen auf Kinder bekannt wurden, die über die Plattform kontaktiert worden waren.
Beispiele für Sicherheitsprobleme auf Roblox:
- Spiele, die Suizid romantisieren oder anleiten
- Chatrooms, in denen Erwachsene Kinder nach persönlichen Informationen fragen
- Experiences mit versteckten sexuellen Inhalten
- Manipulative Mikrotransaktionen für Kinder
- Extremistengruppen wie “764” und “CVLT” nutzen Plattform für Rekrutierung
Ein besonders verstörendes Detail: Extremistengruppen haben Roblox genutzt, um Kinder zu rekrutieren und zu radikalisieren. Diese Gruppen nutzen die Plattform, um Kontakt zu jungen Nutzern aufzunehmen und sie in private Chats zu ziehen, wo dann echte Gefahr droht. Roblox Corporation beteuert, dass Kindersicherheit oberste Priorität habe.
Das Unternehmen hat in den letzten Jahren mehrere Maßnahmen eingeführt: strengere Altersverifizierung teilweise via ID-Upload oder Gesichtsscan, “Teen-by-Default”-Einstellungen für jüngere Nutzer, verbesserte Chat-Filter und mehr Moderatoren. Aber die Kritik bleibt, weil die Maßnahmen nicht greifen. In Australien zeigte eine Demonstration, wie einfach es für Kinder ist, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Mit ein paar Klicks konnten sie auf Spiele zugreifen, die eigentlich für Erwachsene gedacht sind.
Warum die Moderation scheitert
| Sicherheitsprobleme | Warum Moderation scheitert |
| Millionen neue Spiele täglich | Automatische Filter können nicht alles prüfen |
| Private Chats schwer überwachbar | Grooming findet oft in 1-zu-1-Chats statt |
| Nutzer erstellen Fake-Accounts | Altersverifizierung leicht zu umgehen |
| Extreme Inhalte schnell neu hochgeladen | Moderation ist zu langsam |
Roblox wehrt sich rechtlich gegen Kritiker
Ein weiteres Problem: Roblox wehrt sich rechtlich gegen Leute, die versuchen, das Problem öffentlich zu machen. Die Plattform hat mehrere Klagen gegen sogenannte “Vigilanten” eingereicht – Nutzer, die versuchen, potenzielle Kindesmissbraucher auf Roblox zu enttarnen. Roblox argumentiert, dass diese Vigilanten selbst gegen Richtlinien verstoßen. Kritiker sehen darin einen Versuch, unangenehme Wahrheiten zu verschleiern.
Roblox steht vor einem Dilemma: Einerseits ist die Plattform extrem erfolgreich und macht Milliarden mit Mikrotransaktionen. Andererseits wächst der politische und gesellschaftliche Druck. Wenn immer mehr Länder Roblox verbieten, könnte das einen Dominoeffekt auslösen. In den USA laufen mehrere Klagen gegen Roblox Corporation wegen Versagens beim Schutz von Kindern, in Europa prüfen Behörden, ob die Plattform überhaupt noch legal betrieben werden kann.
| Region | Status | Nächste Schritte |
| Naher Osten | 4 Länder haben verboten | Weitere Verbote wahrscheinlich |
| Australien | Drohung mit 49,5 Mio A$ Strafe | Entscheidung steht aus |
| Europa | Untersuchungen in NL und FR | Mögliches EU-weites Verbot |
| USA | Mehrere Klagen laufen | Rechtliche Konsequenzen offen |
Kann Roblox das Problem überhaupt lösen?
Die Frage ist: Kann Roblox das Problem lösen? Oder ist das Geschäftsmodell – eine offene Plattform mit nutzergenerierten Inhalten – einfach nicht kompatibel mit Kindersicherheit? Falls du Eltern kennst, deren Kinder Roblox spielen, ist es wichtig, das Thema anzusprechen. Die Plattform ist zu groß und zu offen, um ohne Aufsicht sicher zu sein. Wichtige Schritte sind: Elternkontrollen aktivieren, mit Kindern über Gefahren sprechen, regelmäßig überprüfen welche Spiele gespielt werden, keine privaten Chats mit Unbekannten erlauben und offene Gespräche führen, damit Kinder sich trauen Probleme zu melden.
Häufig gestellte Fragen
Wegen “erheblicher Risiken für Minderjährige”. Die Behörden sehen Gefahren durch Pädophile, sexuelle Inhalte und Spiele, die Selbstverletzung fördern.
Irak, Libanon, Palästina und teilweise Indonesien. Australien droht mit hohen Strafen, wenn Roblox das Problem nicht löst.
Unbeaufsichtigt ist die Plattform riskant. Mit Elternkontrollen und Aufklärung können Risiken minimiert werden, aber komplett sicher ist sie nicht.
Das Unternehmen hat Chat-Filter, Altersverifizierung und Moderatoren eingesetzt. Aber Kritiker sagen, die Maßnahmen reichen nicht aus, weil täglich Millionen neue Inhalte hochgeladen werden.
Möglich. Frankreich und die Niederlande prüfen gerade, ob die Plattform sicher genug ist. Ein EU-weites Verbot ist nicht ausgeschlossen, wenn Roblox keine drastischen Verbesserungen vornimmt.

