Eine Aufnahmekarte ist das Herzstück jedes Streaming- oder Aufnahme-Setups für Konsolenspieler. Wer seine Gaming-Sessions auf YouTube oder Twitch zeigen will, kommt ohne dieses Gerät kaum aus – aber welches Modell passt wirklich zu dir?
Was eine Aufnahmekarte überhaupt macht
Eine Aufnahmekarte nimmt das Videosignal einer Spielkonsole oder eines zweiten PCs entgegen und überträgt es auf deinen Computer, damit du es aufzeichnen oder live übertragen kannst. Das funktioniert über eine HDMI-Verbindung zwischen der Konsole und der Aufnahmekarte – das Gerät sitzt quasi als Zwischenstation zwischen Konsole und PC.
Ohne eine solche Karte müsste der PC die gesamte Rechenarbeit für das Spiel, die Aufnahme und die Übertragung gleichzeitig übernehmen, was selbst starke Systeme an ihre Grenzen bringen kann. Eine Aufnahmekarte nimmt dem PC diese Last ab und sorgt für ein flüssigeres Ergebnis – sowohl beim Spielen als auch beim Aufnehmen.
Intern oder extern – der wichtigste Unterschied
Beim Kauf stehst du zunächst vor einer grundlegenden Wahl: Willst du eine intern verbaute oder eine extern angeschlossene Aufnahmekarte?
Interne Aufnahmekarten werden über einen PCIe-Steckplatz direkt ins Mainboard des PCs eingebaut. Dadurch haben sie mehr Datendurchsatz als eine USB-Verbindung – PCIe 3.0 erreicht bis zu 32 GB/s, während USB 3.0 auf maximal 5 Gbit/s begrenzt ist. Das Ergebnis: geringere Verzögerung und stabilere Leistung bei 4K-Aufnahmen, allerdings sind sie nur für Desktop-PCs geeignet und nicht für Laptops.
Externe Aufnahmekarten verbinden sich per USB oder USB-C mit dem Computer und lassen sich ohne Werkzeug in wenigen Sekunden anschließen. Sie eignen sich besonders für Spieler, die flexibel bleiben wollen, ein Laptop-Setup nutzen oder noch keine Erfahrung mit dem Einbau von PC-Komponenten haben.
Intern gegen extern auf einen Blick
| Merkmal | Intern (PCIe) | Extern (USB/USB-C) |
| Leistung | Sehr hoch, geringe Verzögerung | Gut, etwas höhere Verzögerung |
| Einbau | Erfordert freien PCIe-Steckplatz im PC | Einfaches Anstecken, keine Montage |
| Flexibilität | Fest im PC verbaut, nicht portabel | Portabel, auch für Laptops geeignet |
| Empfehlung | Erfahrene PC-Nutzer, regelmäßige 4K-Streams | Einsteiger, Konsolenspieler, mobile Nutzung |
| Preisbereich | Ab ~120 EUR bis über 500 EUR | Ab ~25 EUR bis ~300 EUR |
Die wichtigsten Kaufkriterien
Bevor du dein Geld ausgibst, lohnt es sich, auf diese drei Punkte zu achten:
- Maximale Auflösung und Bildrate: Für FullHD mit 60 Bildern pro Sekunde reichen günstige Modelle aus; wer in 4K mit 60 Bildern aufnehmen will, braucht ein leistungsstärkeres Gerät
- Anschlusstyp: USB-C ist der modernste Standard bei externen Geräten; PCIe bietet die höchste Leistung bei internen Karten
- Durchschleifen: Diese Funktion ermöglicht es, das Bild gleichzeitig verzögerungsfrei auf dem Fernseher anzuzeigen und aufzunehmen – unverzichtbar beim aktiven Spielen
Modelle im Überblick: Einsteiger bis Profi
Je nach Budget und Anspruch gibt es große Unterschiede zwischen den verfügbaren Modellen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Aufnahmekarten in welchem Bereich empfehlenswert sind.
Günstige Einsteigergeräte
Wer das erste Mal streamen oder Aufnahmen machen will, muss nicht viel ausgeben. Das Elgato HD60 X ist ab rund 145 EUR erhältlich und nimmt in 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde auf, bietet aber auch 4K-Durchschleifen mit HDR für PS5, Xbox Series X/S und PC. Es verbindet sich per USB 3.0 und gilt als eine der meistgekauften Einstiegskarten überhaupt.
Für noch weniger Geld gibt es Einsteigermodelle von weniger bekannten Marken, die in FullHD aufnehmen und ab ca. 25 bis 50 EUR zu haben sind. Diese eignen sich für gelegentliche Aufnahmen, stoßen bei Dauerstreaming aber schneller an ihre Grenzen.
Mittelklasse für ambitionierte Streamer
Wer regelmäßig live geht und eine bessere Bildqualität anstrebt, ist in der Mittelklasse besser aufgehoben. Die Elgato 4K S nimmt echtes 4K mit 60 Bildern pro Sekunde auf, verbindet sich per USB-C und ist ab rund 169 EUR erhältlich. Im Vergleich zum HD60 X bietet sie die höhere Aufnahmeauflösung und eignet sich besonders für Nintendo Switch 2 und PS5.
Das AVerMedia Live Streamer Ultra HD ist eine starke Alternative in ähnlicher Preisklasse und bietet vergleichbare 4K-Leistung mit breiter Softwarekompatibilität. Beide Geräte sind externe USB-Lösungen und damit auch für Laptop-Nutzer geeignet.
Interne Profi-Karten
Für maximale Leistung greifen erfahrene Streamer zu internen PCIe-Karten. Die Elgato 4K Pro bietet 4K-Aufnahme mit 60 Bildern pro Sekunde über PCIe und kostet ab ca. 264 EUR. Die AVerMedia Live Gamer 4K 2.1 (GC575) unterstützt HDMI 2.1 mit VRR und HDR und ist ab rund 231 EUR zu haben – eine der stärksten Optionen für PS5 und Xbox Series X/S mit echtem HDR-Durchschleifen.
Modelle und Preise auf einen Blick
| Modell | Typ | Max. Aufnahmeauflösung | Preis ab (EUR) |
| Einsteigermodelle (No-Name) | Extern (USB) | 1080p 30fps | ~25 EUR |
| Elgato HD60 X | Extern (USB 3.0) | 1080p 60fps / 4K 30fps | ~145 EUR |
| Elgato 4K S | Extern (USB-C) | 4K 60fps | ~169 EUR |
| AVerMedia Live Streamer Ultra HD | Extern (USB-C) | 4K 60fps | ~124 EUR |
| AVerMedia Live Gamer 4K 2.1 | Intern (PCIe) | 4K 60fps HDR, HDMI 2.1 | ~231 EUR |
| Elgato 4K Pro | Intern (PCIe) | 4K 60fps | ~264 EUR |
Brauche ich überhaupt eine Aufnahmekarte?
Nicht jeder Spieler braucht zwingend eine externe Aufnahmekarte. PS5 und Xbox Series X/S haben eine eingebaute Aufnahmefunktion, mit der man Spielszenen direkt auf der Konsole aufzeichnen und sogar auf YouTube hochladen kann. Wer nur gelegentlich Clips für Freunde speichern möchte, kommt damit völlig aus.
Eine Aufnahmekarte wird dann sinnvoll, wenn man live streamen, professionellere Aufnahmen in besserer Qualität erstellen oder Gameplay von mehreren Quellen gleichzeitig aufzeichnen möchte. Wer auf einer Nintendo Switch 2 spielt und das Bild in besserer Qualität auf dem PC festhalten will, als die eingebaute Funktion bietet, profitiert ebenfalls von einer Aufnahmekarte.
So richtet man alles ein
Sobald du ein Modell gewählt hast, ist die Einrichtung in den meisten Fällen unkompliziert und schnell erledigt:
- Aufnahmekarte per HDMI mit der Konsole verbinden und per USB-C oder PCIe mit dem PC koppeln
- Treiber und zugehörige Software installieren – bei Elgato ist das „4K Capture Utility”, bei AVerMedia das „RECentral”-Programm
- Die kostenlose Aufnahme- und Übertragungssoftware OBS Studio öffnen, die Aufnahmekarte als Videoquelle auswählen und loslegen
Häufig gestellte Fragen
Ja, der PC übernimmt die Verarbeitung des Videosignals. Für 1080p-Streams reicht ein Mittelklasse-PC, für 4K-Aufnahmen empfiehlt sich ein leistungsstarker Prozessor mit ausreichend Arbeitsspeicher.
Ja, grundsätzlich schon. Die Nintendo Switch 2 gibt ein HDMI-Signal aus, das von jeder modernen Aufnahmekarte verarbeitet werden kann. Allerdings kann der Kopierschutz (HDCP) bei manchen Spielen die Aufnahme blockieren – diesen muss man in den Konsoleneinstellungen deaktivieren.
Beim Durchschleifen wird das Bild der Konsole in Echtzeit und ohne Verzögerung auf dem Fernseher angezeigt, während die Aufnahmekarte gleichzeitig eine Kopie für den PC abzweigt. So spielst du verzögerungsfrei und nimmst trotzdem auf.
Das Elgato HD60 X ab ca. 145 EUR ist eine beliebte Wahl für Einsteiger: einfache Einrichtung, gute Bildqualität für 1080p-Streams und breite Kompatibilität mit PS5, Xbox und PC.
Nein – eine Aufnahmekarte allein reicht nicht. Du brauchst immer einen PC, auf dem die Aufnahme- oder Übertragungssoftware läuft. Die Aufnahmekarte ist nur das Verbindungsglied zwischen Konsole und Computer

