Am 11. Februar machte eine Nachricht die Runde, die selbst für die krisengebeutelte Spielebranche heftig ist: Wildlight Entertainment, das Studio hinter dem Free-to-Play-Shooter Highguard, hat den Großteil seines Teams entlassen. Das Spiel war gerade mal zwei Wochen alt. Leveldesigner Alex Graner schrieb auf Social Media, dass er und “der größte Teil des Teams” gefeuert wurden. Viel geplanter Content wird wohl nie das Licht der Welt erblicken. Wildlight nannte in einem Statement “fehlende Dynamik” als Grund – eine höfliche Umschreibung für: Das Spiel hat nicht genug Spieler angezogen, um profitabel zu sein.
Der enttäuschende Game-Awards-Auftritt
Highguard hatte seinen großen Auftritt bei den Game Awards 2025 im Dezember, und zwar als finaler “World Premiere” – der letzte Reveal des Abends, gleich nach all den großen Ankündigungen. Normalerweise ist das der Platz für die Blockbuster. Aber Highguard war ein Free-to-Play-FPS, der optisch schwer einzuordnen war und dessen Gameplay-Trailer viele Zuschauer ratlos zurückließ. Die Community-Reaktion war verhalten, viele fragten sich, warum dieses Spiel den Closing Spot bekommen hatte. Die Kommentare auf YouTube und Reddit waren brutal: “Das ist euer großer Abschluss?” und “Sieht aus wie ein Asset-Flip” waren noch die harmloseren Reaktionen. Trotzdem hielt Wildlight an seinem Plan fest. Am 26. Januar 2026 wurde Highguard für PS5, Xbox Series X/S und PC released – kostenlos, ohne Paywall oder Early-Access-Phase.
Ein Shooter in einem übersättigten Markt
Das Spiel ist ein kompetitiver First-Person-Shooter mit Helden-Mechaniken, ähnlich wie Overwatch oder Valorant. Jeder Charakter hat eigene Fähigkeiten, es gibt verschiedene Modi, und das Ganze ist auf schnelle Matches ausgelegt. Klingt solide, aber das Problem ist: Der Markt ist komplett gesättigt. Overwatch, Valorant, Apex Legends, Call of Duty – die Liste der etablierten Shooter ist lang. Für ein neues Spiel ohne große IP, ohne riesiges Marketing-Budget und ohne etablierte Community ist es extrem schwer, sich durchzusetzen. Selbst große Studios scheitern regelmäßig: Concord von Sony wurde nach zwei Wochen vom Markt genommen, Knockout City von EA starb einen langsamen Tod, Hyper Scape von Ubisoft ist komplett tot. Wildlight ist ein Indie-Team mit begrenzten Ressourcen, und Highguard hatte kaum Marketing außer dem Game-Awards-Auftritt.
| Erfolgsfaktoren für neue Shooter | Highguard-Status |
| Starkes Marketing-Budget | Fehlt fast komplett |
| Große IP oder bekannte Marke | Keine vorhanden |
| Innovatives Gameplay | Wirkt generisch |
| Community vor Launch | Kaum existent |
| Finanzielle Absicherung | Offenbar nicht gegeben |
Durchwachsene Reviews und fehlendes Momentum
Die Reviews nach dem Launch waren durchwachsen. Game Informer-Chef Matt Miller nannte Highguard einen “vielversprechenden Anwärter”, was erst mal positiv klingt. Aber “vielversprechend” heißt auch: Es ist noch nicht da, wo es sein müsste. Das Spiel hat Potenzial, braucht aber Zeit, um zu wachsen. Andere Kritiker waren weniger gnädig und bezeichneten die visuelle Darstellung als verwirrend und die Gameplay-Mechaniken als nicht ausreichend differenziert von der Konkurrenz.
Highguard bekam keine katastrophalen Reviews, aber auch keine begeisterten – es landete irgendwo im Mittelfeld. Und das ist im Free-to-Play-Markt tödlich, weil ein solches Spiel von seiner Spielerzahl lebt. Wenn nicht genug Leute spielen, sterben die Server. Wenn die Server leer sind, kommen auch keine neuen Spieler. Ein Teufelskreis.
Massenentlassung nach nur 16 Tagen
Am 11. Februar postete Alex Graner auf Social Media: “Ich und der größte Teil des Teams wurden heute entlassen.” Er fügte hinzu: “Das tut wirklich weh, weil es viel unveröffentlichten Content gab, auf den ich mich gefreut habe und den ich und andere für Highguard entworfen haben.” Das ist bemerkenswert, denn das Spiel war gerade mal 16 Tage alt. Normalerweise arbeitet ein Entwicklerteam monatelang nach dem Launch weiter: Bugfixes, Balance-Patches, neue Maps, neue Charaktere, Events.
All das war offenbar geplant – und wird jetzt wohl nie erscheinen. Wildlight Entertainment veröffentlichte später ein offizielles Statement: “Heute haben wir die unglaublich schwierige Entscheidung getroffen, uns von einer Reihe unserer Teammitglieder zu trennen, während eine Kerngruppe von Entwicklern weiter am Spiel arbeitet.” Eine “Kerngruppe” – das klingt nicht nach vielen Leuten. Wildlight hat keine Zahlen genannt, aber wenn Graner schreibt, dass “der größte Teil” gefeuert wurde, klingt das eher nach Notbremse als nach Umstrukturierung.
Probleme für Highguard nach Launch:
- Fast das gesamte Team entlassen (nur “Kerngruppe” bleibt)
- Geplanter Content wird vermutlich nie erscheinen
- Spielerzahlen waren offenbar zu niedrig für Profitabilität
- Kein klarer Plan für die Zukunft kommuniziert
- Community ist verunsichert und demoralisiert
Unklare Zukunft für das Spiel
Für Leute, die Highguard spielen, ist die Lage unklar. Wildlight sagt, das Spiel wird weiter unterstützt, aber wie soll das funktionieren, wenn fast das gesamte Team weg ist? Ein paar Entwickler können ein Live-Service-Spiel nicht am Laufen halten. Bugfixes vielleicht, aber neue Inhalte? Sehr unwahrscheinlich. Das Spiel könnte in eine Art Wartungsmodus übergehen: Server laufen, aber keine Updates mehr. Oder es wird komplett abgeschaltet, wie Concord.
Beides wäre ein Desaster für ein Spiel, das gerade erst gestartet ist. Highguard ist kein Einzelfall – in den letzten Jahren sind dutzende Multiplayer-Shooter gefloppt. Das Problem ist immer dasselbe: Die Konkurrenz ist brutal, Spieler haben schon ihre Lieblingsspiele, und diese Spiele bekommen regelmäßig Updates. Warum sollten sie zu einem neuen Spiel wechseln, das vielleicht in sechs Monaten tot ist?
| Erfolgreiche Shooter | Gescheiterte Shooter |
| Fortnite (etabliert seit 2017) | Concord (2 Wochen live) |
| Apex Legends (starke Community) | Knockout City (Server offline) |
| Valorant (Riot-Support, großes Budget) | Hyper Scape (Server offline 2022) |
| Overwatch 2 (große IP, Blizzard dahinter) | Crucible (nie aus Beta gekommen) |
Das gescheiterte Free-to-Play-Modell
Dazu kommt: Free-to-Play-Shooter brauchen eine große Spielerbasis, um profitabel zu sein. Die Einnahmen kommen aus Cosmetics, Battle Passes und ähnlichen Mikrotransaktionen. Wenn nicht genug Leute spielen, lohnt sich das Geschäftsmodell nicht. Wildlight hatte keinen großen Publisher im Rücken, keine etablierte IP und kein riesiges Marketing-Budget. Das Spiel hatte von Anfang an schlechte Karten. Noch ist das Spiel nicht komplett tot – laut Wildlight arbeitet eine “Kerngruppe” weiter daran.
Aber realistisch betrachtet wird Highguard wahrscheinlich nicht lange überleben. Ohne große Updates wird die Spielerzahl weiter sinken, und wenn sie sinkt, lohnt es sich nicht mehr, die Server zu betreiben. Es ist eine traurige Geschichte: Ein Indie-Studio hatte eine Vision, arbeitete jahrelang daran, released das Spiel – und zwei Wochen später ist fast das ganze Team arbeitslos.
Häufig gestellte Fragen
Das Studio nannte “fehlende Dynamik” als Grund. Vermutlich waren die Spielerzahlen zu niedrig, um das Spiel profitabel zu machen. Nach nur zwei Wochen wurde der Großteil des Teams gefeuert.
Laut Wildlight ja, eine “Kerngruppe” soll weitermachen. Aber ohne Details ist unklar, wie umfangreich diese Unterstützung sein wird. Neue Inhalte sind sehr unwahrscheinlich.
Das Spiel hatte den finalen “World Premiere”-Slot, wirkte aber generisch und bot nichts wirklich Neues. Viele Zuschauer fanden die Platzierung unangemessen für ein unbekanntes Free-to-Play-Spiel.
Laut Leveldesigner Alex Graner wird viel davon nie erscheinen. Das Team hatte Maps, Modi und Features in Arbeit, aber nach den Entlassungen ist das alles auf Eis gelegt.
Möglich. Concord wurde nach zwei Wochen komplett offline genommen. Highguard hat zumindest noch ein kleines Team, aber die Zukunft sieht düster aus. Ohne neue Spieler wird das Spiel wahrscheinlich sterben.

