Hinterland Studio hat am 12. Februar 14 Teammitglieder entlassen. Davon sind 10 Festangestellte und 4 Freelancer betroffen. Grund ist die Verschiebung von Blackfrost: The Long Dark 2, das ursprünglich noch 2026 in den Early Access starten sollte. CEO Raphael van Lierop kündigte die Entlassungen persönlich auf LinkedIn an und übernahm die volle Verantwortung. “Als Chef des Unternehmens solltet ihr euer Urteil über mich fällen, nicht über die Betroffenen”, schrieb er. Es sind die ersten Massenentlassungen in der 13-jährigen Geschichte des Studios.
Blackfrost verschiebt sich auf 2027
Blackfrost sollte eigentlich Ende 2026 im Early Access starten. Daraus wird nichts. Van Lierop erklärte, dass das Spiel mehr Entwicklungszeit braucht. Eine Verschiebung bedeutet aber auch: Die erwarteten Einnahmen kommen später. Um trotzdem genug Geld zu haben, musste das Team verkleinert werden. “Die Verschiebung des Spiels über Ende 2026 hinaus bedeutet, dass wir erwartete Einnahmen ebenfalls verschieben müssen. Diese Entlassungen helfen uns, die finanziellen Ressourcen zu bewahren, die wir brauchen, um das Spiel fertigzustellen.”
Das ist bitter, aber nachvollziehbar. Viele Indie-Studios sind finanziell extrem angespannt. Wenn ein Spiel sich verschiebt, bricht die Einnahmequelle weg. Investoren gibt es bei selbst-publizierten Studios oft nicht, also bleibt nur die Wahl: Entweder Leute entlassen oder das Studio komplett schließen. Hinterland hat sich für ersteres entschieden, um wenigstens das Projekt zu retten.
| Betroffene Mitarbeiter | Anzahl |
| Festangestellte | 10 |
| Befristete Verträge (nicht verlängert) | 4 |
| Gesamt | 14 |
The Long Dark Episode 5 kommt trotzdem
Die gute Nachricht: The Long Dark Episode Five wird wie geplant am 31. März erscheinen. Die Entlassungen betreffen nur Blackfrost, nicht das Original-Spiel. Van Lierop betonte, dass auch geplante Updates für The Long Dark im Jahr 2026 nicht beeinträchtigt werden. Das Spiel hat eine loyale Community und bringt weiterhin Geld ein. Blackfrost ist ein riskantes neues Projekt, aber The Long Dark ist eine sichere Einnahmequelle.
Ein ehrliches Statement vom CEO
Was van Lierops Statement besonders macht: Er ist schonungslos ehrlich. Er spricht offen darüber, wie schwer solche Entscheidungen sind. “Du weißt, dass du Leute in den absolut schlimmsten Arbeitsmarkt für Spieleentwickler der letzten 25 Jahre schickst. Es wird sie und ihre Familien auf Arten beeinflussen, die du dir nicht vorstellen kannst.” Das ist ungewöhnlich. Die meisten CEOs verstecken sich hinter PR-Floskeln oder geben vage Statements ab. Van Lierop legt offen dar: Entlassungen sind brutal, sie zerstören Leben, und er trägt die Verantwortung dafür.
Gründe für die Verschiebung:
- Blackfrost braucht mehr Entwicklungszeit
- Erwartete Einnahmen kommen später
- Finanzielle Ressourcen müssen gestreckt werden
- Indie-Studio ohne externe Investoren
Er schreibt auch: “Es gibt ein inhärentes Gefühl, dass du diesen Leuten sagst, sie seien irgendwie ‘weniger wert’, weil sie für Kürzungen ausgewählt wurden. Dabei versuchst du nur, die Kombination von Entlassungen zu finden, die den absolut geringsten Schaden anrichtet – für die Menschen und die Projekte.” Das ist brutal ehrlich. Die meisten Studios würden das nie zugeben.
Die Branche ist im freien Fall
Hinterland ist nicht allein. 2026 ist ein katastrophales Jahr für die Gaming-Branche. Highguard-Entwickler Wildlight hat “den Großteil” seines Teams entlassen, nur zwei Wochen nach Release. Riot Games hat 80 Leute von 2XKO gefeuert. Intrepid Studios (Ashes of Creation) hat komplett geschlossen. Laut GDC-Report wurden 28 Prozent aller Entwickler in den letzten zwei Jahren entlassen, in den USA sogar 33 Prozent. Fast die Hälfte der Entlassenen findet keinen neuen Job.
Van Lierop versucht, den Betroffenen zu helfen. Er hat andere Studios kontaktiert, um die entlassenen Entwickler zu vermitteln. “Ein lokales Vancouver-Studio, von dem wir vor ein paar Jahren Leute eingestellt haben, nachdem sie Entlassungen hatten, stellt jetzt wieder ein und hat sich bereits gemeldet, um unsere Liste zu sehen.” Das ist mehr, als die meisten CEOs tun.
| Problem | Auswirkung |
| Verschiebung auf 2027 | Einnahmen fallen weg |
| Indie-Studio | Keine externen Investoren |
| Schlechter Arbeitsmarkt | Entlassene finden schwer Jobs |
| Branchenweite Krise | 28% aller Devs entlassen |
Wird Hinterland das überstehen?
Die Frage ist: Reicht das kleinere Team, um Blackfrost fertigzustellen? Van Lierop sagt selbst: “Wir sind ein schwächeres Studio, weil wir sie verloren haben.” Weniger Leute bedeuten langsamere Entwicklung, weniger Expertise und mehr Druck auf die Verbliebenen. Aber die Alternative wäre gewesen, das Studio komplett zu schließen. So hat Hinterland wenigstens eine Chance, Blackfrost 2027 zu releasen und sich zu erholen. The Long Dark läuft weiter, bringt Geld ein, und Episode 5 kommt trotzdem. Das gibt dem Studio Zeit.
Häufig gestellte Fragen
Blackfrost: The Long Dark 2 wurde auf 2027 verschoben. Das bedeutet, dass erwartete Einnahmen wegfallen. Um die Entwicklung trotzdem finanzieren zu können, musste das Team verkleinert werden.
14 insgesamt: 10 Festangestellte und 4 Freelancer, deren Verträge nicht verlängert wurden.
Ja. Episode 5 erscheint wie geplant am 31. März 2026. Auch Updates für das Original-Spiel sind nicht betroffen.
Das wurde nicht genau gesagt, aber wahrscheinlich 2027. Van Lierop sagte nur “beyond the end of 2026”, also nach Ende 2026.

