Stell dir vor, du öffnest ein Spiel und der erste Satz im Startmenü lautet: „Das Spiel ist endlich draußen. Spielt es. Es macht Spaß. Ihr seid vielleicht nicht bereit für diese Bestien, aber wenn sie euch angreifen, lernt ihr schnell.” Das ist kein generischer Marketing-Text. Das hat John Carpenter persönlich geschrieben – der Mann, der Halloween, The Thing und Escape from New York gemacht hat. Und er meint es ernst.
Am 12. März 2026 erschien John Carpenter’s Toxic Commando für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Entwickelt vom Studio Saber Interactive, herausgegeben von Focus Entertainment. Carpenter hat selbst mitgeschrieben und den kompletten Soundtrack komponiert. Willkommen im Ödland.
Wie kommt ein Horrorfilm-Regisseur zu einem Zombie-Shooter?
Carpenter ist einer der einflussreichsten Horror- und Actionfilmer seit den späten 70er Jahren. Halloween definierte das Slasher-Genre. The Thing ist bis heute eines der besten Science-Fiction-Horrorfilme aller Zeiten. Escape from New York erfand den Antihelden als Actionheld – lange bevor das ein Trend war. Sein Markenzeichen: Synth-Musik, die einem unter die Haut kriecht, überdrehte Prämissen, die trotzdem todernst erzählt werden, und eine Liebe zum dreckigen B-Movie-Charme.
Genau das steckt in Toxic Commando drin. Die Idee kam ursprünglich von Saber-Interactives-Chef Matt Karch, der das Konzept als „riesige Zombie-Horden, die Spielergruppen mit Fahrzeugen überrollen” beschrieb. Als Carpenter davon hörte, war er sofort dabei. Er schrieb an der Geschichte mit und produzierte den Soundtrack zusammen mit seinem Sohn Cody Carpenter. Das Ergebnis klingt tatsächlich wie ein verschollener Filmhit aus dem Jahr 1987.
Die Geschichte: Schlamm, Zombies und ein Konzerndepp
In naher Zukunft versucht ein Energiekonzern unter CEO Leon Dorsey, die Kraft aus dem Erdinneren zu nutzen. Das geht, wie man sich denken kann, gewaltig schief. Eine uralte Macht – der Schlamm-Gott – wird freigesetzt. Sie verwandelt Boden in giftigen Schlamm und alles Lebendige in entstellte Untote.
Dorsey hat einen Plan: Er braucht eine Söldnertruppe, die das Ding wieder in Schach bringt. Die besten sind ihm zu teuer. Also bekommt er vier B-Klasse-Recken, die wissen, dass sie in einer Katastrophe stecken, trotzdem reinrennen – und dabei Witze reißen. Genau so, wie Carpenter seine Figuren immer gebaut hat: keine Superhelden, nur Menschen, die irgendwie durch den Schlamassel müssen.
Die Handlung ist Absicht, nicht Unfall. Diese Geschichte soll sich anfühlen wie ein billiger, brillanter Horrorfilm um Mitternacht – und das tut sie.
Eckdaten
| Eigenschaft | Detail |
| Titel | John Carpenter’s Toxic Commando |
| Entwickler | Saber Interactive |
| Herausgeber | Focus Entertainment |
| Erscheinungsdatum | 12. März 2026 |
| Plattformen | PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S |
| Genre | Koop-Egoshooter |
| Spielerzahl | 1–4 (plattformübergreifend) |
| Hauptgeschichte | ca. 8–9 Stunden |
| Preis Standardausgabe | ca. 39,99 EUR |
Was du im Spiel wirklich machst
Toxic Commando ist ein Koop-Egoshooter für bis zu vier Spielende. Ihr startet eine Mission auf einer der neun halboffenen Karten, kämpft euch durch Zombie-Wellen, erledigt Ziele und beendet die Sache mit einem Endkampf gegen besonders fette, mutierte Brocken.
Was das Spiel von anderen Zombie-Shootern unterscheidet, sind die Fahrzeuge. Auf jeder Karte findet ihr Trucks, Geländewagen, Krankenwagen – alles, was fährt. Du kannst diese Fahrzeuge benutzen, um schnell voranzukommen, aber vor allem um Zombie-Horden platt zu walzen. Wer nicht am Steuer sitzt, schießt aus dem Fenster oder kämpft von innen aus der Egoperspektive. Fahrzeuge brauchen Benzin, können beschädigt werden – und Zombies können aufspringen und von oben angreifen. Das klingt nach Chaos? Ist es auch. Aber kontrolliertem Chaos.
Dazu gibt es eine Seilwinde, mit der ihr Hindernisse wegzieht oder versteckte Bereiche auf der Karte aufschließt. Ein leerer Tank mitten in einer offenen Zombie-Horde ist purer Stress – und genau der Moment, für den dieses Spiel gebaut wurde.
Waffen, Klassen und Aufrüsten
Das Spiel bietet vier Klassen mit eigenen Fähigkeiten und Fertigkeitsbäumen. Welche Figur ihr spielt, ist dabei unabhängig von der Klasse – ihr wählt Spielstil und Figur getrennt. Zwischen Missionen kehrt ihr zur Basis zurück, wo ihr Waffen aufrüsten und neue Fähigkeiten freischalten könnt.
Das Waffenangebot ist breit gestreut:
- Schusswaffen mit austauschbaren Aufsätzen – von Sturmgewehren bis Schrotflinten
- Granaten, Sprengfallen und Spezialfähigkeiten je nach Klasse
- Katanas – ja, wirklich, und ja, die machen Spaß
Jede Figur und jedes Fahrzeug besitzt außerdem einen aufladbaren Spezialangriff: einmal voll, löst er einen vernichtenden Flächenangriff aus – genau dann, wenn die Horde mal wieder auf Hunderte Gegner gleichzeitig angeschwollen ist. Nebenaufgaben auf den Karten belohnen euch mit Goldenen Zahnrädern, der Hauptwährung für Waffenkisten und Geschütztürme während der Mission.
Das Schwarm-System: Hunderte Gegner gleichzeitig
Saber Interactive hat für Toxic Commando ihren hauseigenen Schwarm-Motor eingesetzt. In der Praxis bedeutet das: Hunderte von Gegnern können gleichzeitig aktiv auf dem Bildschirm sein, ohne dass das Spiel zusammenbricht. Zombie-Wellen, die buchstäblich den Horizont füllen, gehören zum regulären Spielablauf. Endkampf-Szenen, bei denen das Fahrzeug von allen Seiten überströmt wird, sind kein Zufall – sondern der Höhepunkt jeder Mission.
Wie sieht die Spielwelt aus?
Die neun Karten sind stimmungsvoll gestaltet und erinnern bewusst an Carpenters Filmwelten: abgestürzte Militärhubschrauber, verlassene Küstenstädte, gestrandete Schiffswracks, Militärbasen und alles bedeckt von meterdickem, giftigem Schlamm. Das hat echte Atmosphäre. Wenn der Carpenter-Synthsound einsetzt und vor euch eine Zombie-Welle auf das Fahrzeug zurollt, fühlt sich das an wie eine Szene aus einem Film, den es nie gab – aber den ihr euch gewünscht hättet.
Die Karten variieren bei jedem Durchgang leicht in Aufbau und Fahrzeugverteilung, was den Wiederspielwert erhöht. Die reine Hauptgeschichte lässt sich in etwa acht bis neun Stunden durchspielen.
Solo oder mit Freunden?
Toxic Commando läuft immer online – auch im Einzelspieler-Modus gibt es keine Pause-Taste. Wer alleine spielt, bekommt drei computergesteuerte Mitstreiter, die grundlegende Aufgaben wie Heilen erledigen, aber keine besonders kluge Taktik zeigen. Mehrere Testberichte beschreiben den Solo-Modus als funktional, aber deutlich weniger packend als das Gruppenspiel.
Mit drei echten Mitspielerinnen oder Mitspielern entfaltet das Spiel sein volles Potenzial. Plattformübergreifendes Gemeinsam-Spielen ist vollständig unterstützt – PC, PS5 und Xbox spielen problemlos zusammen.
Spieleditionen
| Ausgabe | Inhalt |
| Standardausgabe | Hauptspiel, ca. 39,99 EUR |
| Blood Edition | Hauptspiel + Blutiger Saison-Pass (kosmetisches Paket + erste zwei Erweiterungen nach Erscheinen mit insgesamt 30 Optiken für Figuren, Fahrzeuge und Waffen) |
Was sagen die ersten Tester?
Der Fachpresse-Schnitt liegt bei rund 74 von 100 Punkten – Spielerinnen und Spieler hingegen bewerten das Spiel mit durchschnittlich 8,6 von 10 deutlich positiver. Diese Lücke ist kein Zufall: Wer tiefe Story und stilistische Einzigartigkeit erwartet, ist enttäuscht. Wer mit Freunden abschalten und Zombies in Schlamm verwandeln will, hat eine verdammt gute Zeit.
Gelobt werden durchgehend der Soundtrack, das Fahrzeugsystem, die Waffenvielfalt und die technische Leistung bei Massenzombie-Szenen. Kritisiert werden die sich wiederholende Missionsstruktur und der schwache Solo-Modus. Ein Tester schreibt, er habe nach dem ersten Abend aufgehört, die Qualität zu analysieren – weil er einfach weitergemacht hat. Das trifft es wohl am besten.
Häufig gestellte Fragen
Überhaupt nicht. Das Spiel macht auch ohne Vorkenntnisse zu seinen Filmen Spaß. Wer ihn kennt, entdeckt viele kleine Anspielungen in Leveldesign und Atmosphäre – aber das ist Bonus, kein Pflichtprogramm.
Das Spiel ist klar auf Gruppen ausgelegt. Mit drei echten Mitspielerinnen oder Mitspielern entfaltet es sein volles Potenzial. Solo ist es spielbar, aber deutlich weniger packend. Laut Entwickler Tim Willits von Saber Interactive ist seine bevorzugte Spielweise: zwei echte Freunde plus ein Mitstreiter-Bot.
Die Standardausgabe kostet rund 39,99 EUR. Das ist deutlich günstiger als die meisten Neuerscheinungen und wird von Testberichten als faire Preis-Leistung bewertet.
Nein. Toxic Commando ist ab 18 Jahren freigegeben. Extreme Gore-Elemente, Blut und Gewalt sind fester Bestandteil des Spiels.