Europa gegen Nordamerika – diese Rivalität gehört zu den ältesten und hitzigsten im gesamten Profi-Gaming. Rift Rivals war das offizielle Duell beider Regionen. Warum es verschwand, was danach kam und was 2026 mit dem First Stand Tournament auf dem Spiel steht, erfährst du hier.
Was war Rift Rivals?
Rift Rivals war eine von Riot Games organisierte Turnierserie, die von 2017 bis 2019 stattfand. Das Konzept war denkbar einfach: Die besten Teams zweier verwandter Regionen treten gegeneinander an – nicht für sich selbst, sondern für ihre gesamte Region. Es war kein klassisches Einzelturnier, sondern ein Regionenwettkampf, bei dem der Sieg der gesamten Liga gutgeschrieben wurde.
Für das Duell zwischen Europa und Nordamerika bedeutete das: Die drei besten Teams der LCS (damals noch NA LCS) und der LEC (damals EU LCS) aus dem Frühjahr traten im Sommer gegeneinander an. Zusätzlich gab es parallele Rift Rivals-Events in anderen Weltregionen – Korea gegen China, Brasilien gegen Lateinamerika und weitere.
Europa dominierte Nordamerika klar
Die Ergebnisse der europäisch-nordamerikanischen Rift Rivals sprachen eine klare Sprache. Europa gewann alle drei Austragungen und blieb damit in diesem Format ohne Niederlage:
| Jahr | Austragungsort | Siegerregion | Ergebnis |
| 2017 | Berlin, Deutschland | Europa (EU LCS) | Europa gewinnt |
| 2018 | Los Angeles, USA | Europa (EU LCS) | Europa gewinnt |
| 2019 | Los Angeles, USA | Europa (LEC) | Europa gewinnt klar |
2019 dominierte Europa besonders deutlich. Während Nordamerika mit Teams wie Team Liquid und Cloud9 antrat, setzte sich die europäische Seite mit G2 Esports, Fnatic und Origen klar durch. G2 Esports war in diesem Jahr in Bestform und zählte zu den stärksten Teams der gesamten Weltszene.
Warum Rift Rivals abgeschafft wurde
Im März 2020 gab Riot Games bekannt, dass Rift Rivals dauerhaft eingestellt wird – und das nicht nur wegen der damaligen Pandemie. Der zuständige Manager John Needham erklärte, das Format habe Probleme in den regionalen und globalen Spielkalendern verursacht. Die Einfügung eines weiteren internationalen Events zwischen Frühjahr und Sommer brachte Spieler, Teams und Sender an ihre Belastungsgrenzen.
Riot Games betonte gleichzeitig, man wolle weiterhin bedeutende internationale Events schaffen – aber in einer Form, die sich besser in den Jahreskalender einfügt und global resoniert. Das war der Startschuss für die Suche nach einem neuen Format, das mehrere Jahre auf sich warten ließ.
Der lange Weg zurück: Was danach passierte
Nach der Einstellung von Rift Rivals 2020 gab es mehrere Jahre lang kein eigenes Regionenduell-Format mehr. Internationale Begegnungen zwischen LEC und LCS fanden nur noch beim Mid-Season Invitational (MSI) und bei den Weltmeisterschaften statt – also in großen Turnieren, bei denen viele Regionen gleichzeitig antreten.
Ein weiteres Problem entwickelte sich parallel: Die LCS kämpfte immer stärker mit rückläufigen Zuschauerzahlen und dem Interesse von Teams und Spielern. 2025 wurde die Liga vorübergehend stark umstrukturiert, was viele Fans und Spieler enttäuschte. Gleichzeitig befand sich die LEC mit Teams wie G2 Esports und Fnatic in einer stabilen, aber nicht glänzenden Phase.
Die LCS kehrt zurück – und die LEC erneuert sich
Ende 2025 machte Riot Games eine weitreichende Ankündigung: Die LCS kehrt 2026 in ihrer klassischeren Form zurück, inklusive acht Partnerteams und einer neuen Drei-Turniere-Struktur pro Saison. Gleichzeitig gab Riot bekannt, dass auch die brasilianische Liga CBLOL wieder eigenständig wird.
Die LCS 2026 startet mit folgenden acht Teams:
- Cloud9
- Team Liquid
- FlyQuest
- Sentinels (neu, vormals Slot von 100 Thieves)
- Shopify Rebellion
- Dignitas
- LYON (lateinamerikanische Organisation im nordamerikanischen Wettbewerb)
- Disguised (als Gastteam über Auf- und Abstieg qualifiziert)
Die LEC hingegen führte 2026 ein neues Einstiegsturnier namens „LEC Versus” ein, das die bisherige Wintersplit-Saison ersetzte. Es nehmen die zehn Partnerteams sowie zwei eingeladene Teams aus der europäischen Nachwuchsliga EMEA Masters teil. Das Format verbindet klassisches Ligaspiel mit einem direkten Playoff – und der Sieger qualifiziert sich direkt für das neue internationale Topturnier: den First Stand.
Der LEC Versus 2026 im Detail
LEC Versus 2026 läuft vom 17. Januar bis 1. März 2026 an der Riot Games Arena in Berlin. Die reguläre Saison besteht aus einer Gruppenphase im Round-Robin-Format, bei der jedes Team 11 Partien bestreitet. Die besten acht Teams ziehen in die Playoffs ein, die im Doppelausscheidungsformat gespielt werden.
| Phase | Zeitraum | Format | Besonderheit |
| Reguläre Saison | 17. Jan – 8. Feb 2026 | Einfache Gruppenphase | Alle Partien als Best-of-1 |
| Playoffs | 16. Feb – 1. Mär 2026 | Doppeltes Ausscheidungsformat | Halbfinale und Finale als Best-of-5 |
| Qualifikation | nach dem Finale | Direktticket | Sieger fährt zum First Stand |
G2 Esports setzte sich am Ende der LEC Versus Playoffs durch und qualifizierte sich damit als europäischer Vertreter für den First Stand 2026.
First Stand 2026 – Der neue internationale Vergleich
Der First Stand ist das neue internationale Turnier von Riot Games, das den Platz von Rift Rivals als erstes internationales Saisonhighlight einnimmt. 2026 findet er vom 16. bis 22. März an der Riot Games Arena in São Paulo, Brasilien statt.
Acht Teams aus sechs Regionen nehmen teil: je zwei aus der koreanischen Liga (LCK) und der chinesischen Liga (LPL) sowie je ein Team aus LEC, LCS, CBLOL und LCP (Asien-Pazifik). Bereits qualifiziert haben sich unter anderem Gen.G und BNK FearX aus Korea, Secret Whales aus dem Asien-Pazifik-Raum, G2 Esports aus Europa, LOUD aus Brasilien und LYON aus Nordamerika.
Das Format ist anspruchsvoll: Alle Partien werden im Best-of-5-Modus gespielt, und der Sieger erhält für seine gesamte Region einen direkten Startplatz in der Hauptrunde des MSI 2026 – ohne Vorrunde. Das gibt dem Turnier erhebliches Gewicht, denn ein schwaches Ergebnis zwingt die gesamte Region in die härtere Qualifikationsphase.
LEC gegen LCS: Wie steht es heute?
Auf internationaler Ebene hatte Europa in den letzten Jahren die Nase vorn. G2 Esports und Fnatic zählen weiterhin zu den bekanntesten Wettkampforganisationen weltweit. Nordamerika kämpft seit Jahren damit, bei Weltmeisterschaften die entscheidenden Runden zu erreichen – trotz hoher Investitionen in Spieler aus aller Welt.
Mit der Rückkehr der LCS in stabilerer Form und dem neuen Format des First Stand entsteht 2026 wieder echte Spannung zwischen den Regionen. Zwar gibt es kein direktes Regionenduell mehr wie bei Rift Rivals, aber der First Stand ermöglicht globale Vergleiche – und mit G2 Esports aus Europa und LYON aus Nordamerika bereits qualifiziert, ist ein direktes Aufeinandertreffen beider Regionen gut möglich.
Häufige Fragen (FAQ)
Rift Rivals war ein von Riot Games veranstaltetes Turnier, bei dem die besten Teams konkurrierender Regionen gegeneinander antraten. Es fand von 2017 bis 2019 statt. 2020 stellte Riot das Format dauerhaft ein, weil es Probleme im globalen Turnierkalender verursachte und der zeitliche Ablauf für Teams und Ligen zu komplex wurde.
Europa gewann alle drei Austragungen der LEC-LCS-Rift Rivals – 2017 in Berlin, 2018 und 2019 in Los Angeles. Besonders 2019 war Europas Dominanz klar erkennbar, angeführt von einem starken G2 Esports.
Der First Stand ist seit 2025 das erste internationale Turnier der LoL-Saison. Er findet zwischen dem ersten und zweiten Ligasplit statt und bringt die besten Teams aus den sechs großen Weltregionen zusammen. Der Sieger erhält für seine Region einen Direktstart in die Hauptrunde des MSI – was erhebliche Vorteile bei der Weltmeisterschaftsqualifikation bringen kann.
Der First Stand 2026 findet vom 16. bis 22. März 2026 in São Paulo, Brasilien statt. Alle Partien werden im Best-of-5-Format ausgetragen. Acht Teams aus sechs Regionen nehmen teil, darunter G2 Esports als LEC-Vertreter und LYON als LCS-Vertreter.
Stand März 2026 gibt es von Riot Games keine offizielle Ankündigung zur Rückkehr von Rift Rivals. Das neue Format First Stand übernimmt in gewisser Weise die Rolle internationaler Regionenvergleiche, ist aber kein direktes Duell zweier Ligen, sondern ein offenes Turnier mit Teams aus allen großen Regionen.

