Am 26. März 2026 erschien Life is Strange: Reunion für PS5, Xbox Series X|S und PC – genau elf Jahre nach dem ersten Life is Strange aus dem Jahr 2015. Entwickler Deck Nine und Publisher Square Enix bezeichnen das Spiel als emotionalen Abschluss der Saga rund um Max Caulfield und Chloe Price.
Und dieser Abschluss verdient Aufmerksamkeit: Denn Reunion bewältigt eine schwierige Aufgabe. Es muss nach dem gemischten Empfang des Vorgängers Double Exposure das Vertrauen der Fangemeinde zurückgewinnen – und dabei gleichzeitig das Ende einer Reihe liefern, das für viele Spieler über ein Jahrzehnt lang emotional bedeutsam war.
Wie Reunion zustande kam – und warum die Ausgangslage schwierig war
Life is Strange: Double Exposure (2024) hatte die Spielerschaft gespalten. Das Spiel brachte Max zurück, verzichtete dabei jedoch in der Standarderfahrung auf Chloe Price und wurde von der Fangemeinde für die Behandlung der Beziehung zwischen den beiden Figuren scharf kritisiert. Die Bewertungen auf Steam fielen gemischt aus, und Square Enix sprach intern von einem wirtschaftlichen Rückschlag.
Deck Nine setzte dennoch auf eine Fortsetzung und knüpfte dabei direkt an die Ereignisse von Double Exposure an. Max hat am Ende des Vorgängers die beiden Parallelwelten – eine, in der Chloe lebt, und eine, in der sie stirbt – miteinander verschmolzen. Das hat Folgen: Chloe existiert wieder, hat jedoch Erinnerungen beider Zeitlinien und verliert zunehmend den Bezug zur Wirklichkeit. Diese Ausgangslage bildet den Kern von Reunion.
Der Umstand, dass Square Enix vor dem Erscheinungstag keine Testmuster an die Fachpresse herausgegeben hat, sorgte vorab für Diskussionen. Deck Nine begründete das mit dem Wunsch, dass alle Spieler die Geschichte gleichzeitig und ohne Vorabwissen erleben sollen. Die Abwesenheit von Vorabtests ist in der Branche oft ein Warnsignal – in diesem Fall scheint das Ergebnis die Entscheidung aber zumindest teilweise zu rechtfertigen.
Die Geschichte: Caledon-Universität in Flammen – was Reunion erzählt
Max Caulfield unterrichtet inzwischen Fotografie an der Caledon-Universität. Als sie nach einer Ausstellungsreise zurückkehrt, steht der Campus in Flammen. Ein Brand, der eindeutig absichtlich gelegt wurde, vernichtet Gebäude, tötet Freunde und Kollegen. Max entkommt nur dank ihrer Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen – jener Kraft aus dem allerersten Life is Strange, die hier vollständig zurückkehrt.
Gleichzeitig taucht Chloe Price auf – eine direkte Konsequenz der Ereignisse aus Double Exposure. Chloe leidet unter Albträumen aus einer Vergangenheit, die sie nicht gelebt hat, und verliert langsam den Halt in der Wirklichkeit. Max und Chloe müssen zusammenarbeiten, um den Brandanschlag aufzuklären, die Verantwortlichen zu stellen und die Konsequenzen des Zeitreisechaos zu bewältigen.
Das Spiel spielt sich etwa neun Monate nach Double Exposure und stellt Spieler vor eine ungewöhnliche Frage: Die eigenen Entscheidungen aus dem ersten Life is Strange – hat man Chloe sterben lassen oder Arcadia Bay geopfert? – sind Teil der Ausgangslage. Reunion fragt beim Spielstart gezielt nach fünf Schlüsselentscheidungen aus den Vorgängerspielen, da ein automatischer Spielstandtransfer nicht möglich ist. Das Spiel verarbeitet die Antworten dann in der Darstellung der Beziehung zwischen Max und Chloe.
Erstmals zwei spielbare Figuren in einem Spiel: Was das bedeutet
Der größte spielmechanische Unterschied zu allen bisherigen Teilen der Reihe ist die Tatsache, dass Reunion sowohl Max als auch Chloe als steuerbare Hauptfiguren bietet. Zum ersten Mal in einem einzigen Spiel der Reihe wechseln Spieler zwischen beiden Perspektiven.
Dabei spielen sich beide Figuren merklich unterschiedlich. Max bringt ihre Zeitrückspul-Kraft zurück, mit der Gespräche wiederholt, Entscheidungen rückgängig gemacht und Gegenstände in der Umgebung manipuliert werden können, um vierdimensionale Rätsel zu lösen. Diese Fähigkeit war der Kern des allerersten Teils und erleichtert das erneute Kennenlernen für Neulinge, während sie Veteranen bekannt vorkommt.
Chloe hingegen setzt auf Schlagfertigkeit: Mit ihrer sogenannten Widerrede-Fähigkeit, die bereits aus dem Spin-off Before the Storm bekannt ist, beeinflusst sie Gesprächspartner durch schlagfertige Antworten und gelangt so an Orte und Informationen, die für Max nicht erreichbar sind. Diese Zweiteilung der Spielweise gibt beiden Figuren eine eigene Funktion im Spielgeschehen, anstatt eine der beiden nur als Randfigur zu behandeln.
Alle wichtigen Fakten zum Spiel auf einen Blick
| Merkmal | Details |
| Erscheinungsdatum | 26. März 2026 |
| Entwickler | Deck Nine Games |
| Herausgeber | Square Enix |
| Plattformen | PS5, Xbox Series X|S, PC (Steam und Windows Store) |
| Spielzeit (geschätzt) | Etwa 10–14 Stunden |
| Altersfreigabe | USK 16 |
| Preis (Standardausgabe) | 39,99 EUR |
| Preis (Erweiterungsausgabe / Deluxe) | Inkl. digitaler Soundtrack, Artbook, Dokumentation |
| Preis (Doppelpaket mit Double Exposure) | 59,99 EUR |
| Vorbestellungsbonus | Max und Chloe Klassikoutfit-Paket (bis 5. Mai 2026) |
| Serienabschluss | Ja – offiziell als letzter Teil der Saga angekündigt |
Was die ersten Kritiken sagen – Einschätzungen direkt nach dem Release
Da Deck Nine keine Vorabtestmuster verschickt hat, erschienen die ersten Wertungen erst nach dem Verkaufsstart. Die internationalen Einschätzungen fallen insgesamt deutlich besser aus als für Double Exposure – ein Spiel, das auf Bewertungsportalen im Bereich von 73 Punkten lag. Die Nutzerwertung auf Steam zeigt frühzeitig ein „sehr positives” Ergebnis, was eine klare Verbesserung gegenüber dem Vorgänger darstellt. Im PlayStation Store liegt die Nutzerwertung zu einem frühen Zeitpunkt bei 4,83 von 5 möglichen Punkten.
Englischsprachige Fachmedien, die kurz nach dem Release veröffentlichten, lobten vor allem die emotionale Wucht des Wiedersehens. Gamerant vergab 9 von 10 Punkten und beschrieb das Spiel als überzeugenden Neubeginn für die Reihe nach Double Exposures Schwächen. But Why Tho bewertete das Spiel mit 8,5 von 10 Punkten und bezeichnete das Wiedersehen von Max und Chloe als außergewöhnlich emotionales Erlebnis. Game8 kam auf 84 von 100 Punkten.
Kritischer fiel der noch laufende Testvorbericht von GamesRadar aus: Das Portal bemängelte eine zu starke Fokussierung auf die Aufarbeitung vergangener Ereignisse aus den Vorgängerspielen auf Kosten eigenständiger Charakterentwicklung. Reunion laufe Gefahr, zu sehr in der eigenen Geschichte zu versinken.
Die deutschen Fachmedien waren zum Erscheinungszeitpunkt noch in der Testphase, da keine Vorabmuster eingegangen waren.
Was das Spiel von seinen Vorgängern unterscheidet: Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Life is Strange (2015) | Double Exposure (2024) | Reunion (2026) |
| Spielbare Figuren | Max | Max | Max und Chloe |
| Zeitreisefähigkeit | Zurückspulen (Max) | Zeitliniensprünge | Zurückspulen (Max) + Widerrede (Chloe) |
| Handlungsort | Arcadia Bay | Caledon-Universität | Caledon-Universität |
| Episodenformat | Ja (5 Episoden) | Nein (vollständig) | Nein (vollständig) |
| Chloe als zentrale Figur | Ja | Nein | Ja |
| Entscheidungen aus Vorgängern | Nein | Ja (LiS 1) | Ja (LiS 1 und Double Exposure) |
| Serienabschluss | Nein | Nein | Ja |
Was für Reunion spricht – und was Fans im Kopf behalten sollten
Drei Dinge stechen bei Reunion besonders hervor:
- Die Rückkehr beider Figuren: Sowohl Max als auch Chloe sind vollwertig spielbar und tragen jeweils eigene Fähigkeiten, die spielmechanisch sinnvoll eingesetzt werden. Das ist der Hauptkritikpunkt aus Double Exposure, der hier ausgebessert wurde.
- Die Einbindung eigener Entscheidungen: Reunion fragt aktiv nach fünf Schlüsselmomenten aus den Vorgängern und verändert auf Basis der Antworten, wie sich Max und Chloe begegnen und wie ihre Beziehung dargestellt wird. Das ist eine ungewöhnlich direkte Form der Einbindung früherer Entscheidungen.
- Der Abschluss als klares Ziel: Deck Nine und Square Enix bezeichnen Reunion ausdrücklich als Ende der Saga. Das gibt dem Spiel eine Richtung, die Double Exposure oft vermissen ließ.
Wer jedoch nie Double Exposure gespielt hat, steht vor einer Entscheidung: Reunion setzt Kenntnis der Ereignisse des Vorgängers voraus. Das Zweierspiel-Paket für 59,99 EUR bietet beide Spiele zusammen – eine sinnvolle Option für Einsteiger.
Die USK-Freigabe ab 16 Jahren entspricht dem gewohnten Maßstab der Reihe: Reunion behandelt Themen wie Trauma, Verlust, Realitätsverlust und Verlangen nach Wiedervereinigung auf eine Weise, die für jüngere Spieler manche Passagen belastend machen kann.
Reunion ist der Abschluss, den Max und Chloe verdient haben
Life is Strange: Reunion gelingt das Schwierigste: Es kehrt zu Max und Chloe zurück, ohne sich dabei in reiner Nostalgie zu verlieren. Die Rückkehr der Zeitrückspulfähigkeit, das erstmals gleichberechtigte Duo aus zwei spielbaren Figuren mit eigenen Fähigkeiten und eine Geschichte, die vorherige Entscheidungen tatsächlich berücksichtigt, machen Reunion zum stärksten Teil der Reihe seit dem ersten Spiel.
Wer die Reihe liebt, hat auf dieses Ende gewartet. Wer neu ist, braucht beide Vorgänger als Grundlage. Und wer nur Reunion kennen möchte: Die kostenlose erste Stunde über das Doppelpaket gibt einen guten ersten Eindruck – zum vollen Preis von 39,99 EUR lohnt sich der Einstieg danach.
Häufige Fragen zu Life is Strange: Reunion
Reunion erschien am 26. März 2026 für PS5, Xbox Series X|S und PC über Steam und den Windows Store. Eine Version für ältere Konsolengenerationen gibt es nicht.
Ja. Reunion baut direkt auf den Ereignissen von Double Exposure auf. Die Ausgangssituation – Chloes Rückkehr durch Max’ Verschmelzung beider Zeitlinien – ist ohne Vorwissen aus dem Vorgänger kaum verständlich. Wer beide Spiele nachholen möchte, bekommt sie zusammen im Doppelpaket für 59,99 EUR.
Die Standardausgabe kostet 39,99 EUR. Eine erweiterte Ausgabe mit digitalem Beiheft, Soundtrack, einem Comic und einer Dokumentation ist zu einem höheren Preis erhältlich. Das Doppelpaket mit Double Exposure kostet 59,99 EUR. Eine physische Sammlungsausgabe mit Schallplattenformat-Soundtrack, Postkarten und weiteren Beilagen ist zum Preis von 99,99 EUR erhältlich.
Die Spielzeit wird auf etwa 10 bis 14 Stunden geschätzt, was dem Vorgänger Double Exposure entspricht. Das Spiel erscheint ohne Episodenformat – der vollständige Inhalt ist vom ersten Tag an verfügbar.
Die frühen Nutzerwertungen auf Steam zeigen ein „sehr positives” Ergebnis, die PlayStation-Store-Bewertung liegt kurz nach Release bei 4,83 von 5 Punkten. Englischsprachige Fachmedien vergaben überwiegend starke Wertungen zwischen 8,4 und 9 von 10 Punkten. Kritischere Stimmen bemängeln eine zu starke Rückwärtsorientierung auf die Reihenhistorie.