Das Organisationskomitee hat am 17. September die Gruppen für das League of Legends Turnier ausgelost. Acht Nationen treffen vom 29. September bis 2. Oktober in der Präfektur Aichi aufeinander. Südkorea und Taiwan landeten dabei in derselben Gruppe.
Die Auslosung vom 17. September
Zwei Gruppen mit je vier Nationen bilden den Auftakt. Gespielt wird in der Messehalle Aichi Sky Expo, rund eine Stunde südlich von Nagoya. Die gesamten Asienspiele laufen vom 19. September bis zum 4. Oktober.
| Gruppe A | Gruppe B |
| Vietnam | Südkorea |
| Malaysia | Taiwan |
| Saudi-Arabien | Hongkong |
| Vereinigte Arabische Emirate | Indien |
Die Auslosung selbst fand am Donnerstagvormittag statt und wurde vom Komitee der Spiele verkündet. Damit stehen die Paarungen rund zwei Wochen vor dem ersten Spieltag fest.
Sechs dieser acht Länder haben sich über Ausscheidungsturniere qualifiziert. Nur Südkorea und Taiwan erhielten eine direkte Einladung, beide gelten als Mitfavoriten auf Gold.
Gespielt wird in der Messehalle bei Tokoname, die während der Spiele sämtliche Esportwettbewerbe beherbergt.
Auffällig ist eine Lücke in der Teilnehmerliste. China, das 2022 die Goldmedaille holte, taucht in der Auslosung nicht auf. Eine offizielle Begründung dazu liegt uns nicht vor.
Gruppe B wird zur Hammergruppe
Hier ballt sich alles, was Rang und Namen hat. Südkorea tritt mit Lee „Faker” Sang-hyeok an, dem bekanntesten Spieler der gesamten Szene. Dazu kommen Zeus und Keria, beide ebenfalls aus der Spitze der koreanischen Liga.
Taiwan schickt unter anderem das Duo hongQ und JunJia ins Rennen, das gemeinsam bei einem chinesischen Verein spielt. Hongkong wiederum setzt auf die untere Reihe mit 1xn und Kaiwing, die beide auf höchstem Niveau antreten.
Für Taiwan tritt die Mannschaft unter dem Namen Chinesisch Taipeh an, wie bei olympischen Wettbewerben üblich.
Indien komplettiert die Gruppe und gilt als klarer Außenseiter. Für die Mannschaft geht es eher darum, überhaupt dabei zu sein, als um eine Medaille.
Warum die Auslosung so unausgewogen wirkt
Eine Setzliste kam offenbar nicht zum Einsatz. Anders lässt sich kaum erklären, dass Sieger und Zweiter der letzten Ausgabe direkt in derselben Gruppe landen.
Für die Zuschauer entsteht daraus früh ein Spitzenspiel. Sportlich fair wirkt es dagegen nicht, weil eine der beiden stärksten Nationen bereits in der Vorrunde Federn lassen muss.
Gruppe A: Vietnam ist der klare Favorit
Die zweite Gruppe verläuft deutlich übersichtlicher. Vietnam bringt fünf Spieler mit, die allesamt in der pazifischen Profiliga antreten. Alle fünf haben sich mit ihren Vereinen für die Weltmeisterschaft qualifiziert.
Zwei dieser Spieler treten für GAM Esports an, die übrigen für Team Secret Whales. Beide Vereine gehören seit Jahren zur Spitze ihrer Region.
Dahinter beginnt ein offenes Rennen um den zweiten Platz. Malaysia, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate liegen auf ähnlichem Niveau, keines der drei Länder unterhält eine große Profiliga.
Für diese Länder ist die Teilnahme selbst bereits ein Erfolg. Sie stellen ihre Auswahl meist aus Halbprofis zusammen, die neben dem Spielen einem Beruf nachgehen. Gegen Vietnam sind die Rollen also klar verteilt.
Eine europäische Verbindung gibt es trotzdem. Saudi-Arabien wird von Edward Abgaryan betreut, der früher selbst für bekannte russische Mannschaften spielte und in Europa einen Namen hat.
Modus und Zeitplan im Überblick
Das Turnier läuft über vier Tage. Zunächst spielen die Gruppen ihre Platzierungen aus, danach folgt eine kurze Endrunde mit vier Mannschaften.
| Datum | Abschnitt |
| 29. September bis 1. Oktober | Gruppenphase in Aichi Sky Expo |
| 2. Oktober | Endrunde mit vier Mannschaften |
| 2. Oktober | Spiel um Bronze und Finale |
Gespielt wird auf dem Stand des Spiels, den der Veranstalter festlegt. Üblich ist eine leicht ältere Fassung, damit alle Mannschaften dieselben Bedingungen vorfinden.
Aus jeder Gruppe kommen die beiden besten Nationen weiter. Danach wird im Ausscheidungsverfahren gespielt, ein verlorenes Spiel bedeutet also das Aus. Für die Bronzemedaille gibt es ein eigenes Spiel zwischen den Verlierern der Vorschlussrunde.
Die Gruppenspiele selbst laufen nach Angaben des Veranstalters als einfache Runde, jede Nation trifft also einmal auf jede andere.
Damit fällt die Entscheidung an einem einzigen Tag. Diese Struktur kennt man aus dem Sport, im Esport ist sie unüblich und sorgt für Überraschungen.
Die Favoriten und ihre Aussichten
Zwei Nationen ragen heraus, dahinter wird es schnell dünn. Eine Goldmedaille außerhalb der beiden Eingeladenen wäre eine echte Überraschung. Trotzdem lohnt der Blick auf alle Anwärter.
- Südkorea: klarer Favorit, komplette Mannschaft aus der stärksten Liga der Welt
- Taiwan: hochkarätig besetzt, in der Vorrunde jedoch im direkten Duell
- Vietnam: solide aufgestellt, realistischer Kandidat für Bronze
- Hongkong: einzelne starke Spieler, aber kein geschlossenes Aufgebot
- Malaysia, Saudi-Arabien, Emirate, Indien: Außenseiter mit dem Ziel Gruppenphase
Gerade das Duell zwischen Südkorea und Taiwan in der Vorrunde dürfte deshalb zum Gradmesser werden. Der Verlierer trifft in der Endrunde voraussichtlich direkt auf Vietnam.
Vietnam tritt zudem mit dem stabilsten Aufgebot aller Qualifikanten an. Das macht die Mannschaft zum wahrscheinlichsten Gegner im Spiel um Bronze.
Für Südkorea steht dabei mehr auf dem Spiel als eine Medaille. Erfolgreiche Sportler werden dort teilweise vom Wehrdienst befreit, weshalb solche Turniere für die Spieler enorme Bedeutung haben.
Wo du die Spiele verfolgen kannst
Hier müssen wir ehrlich sein: Eine deutsche Übertragung ist bislang nicht bestätigt. Erfahrungsgemäß laufen die Wettbewerbe über die offiziellen Kanäle des Veranstalters sowie über Sender in den beteiligten Ländern.
Ein größeres Hindernis ist ohnehin die Uhrzeit. Japan liegt sieben Stunden vor unserer Zeit, entsprechend früh beginnen die Partien.
- Ein Start um 9 Uhr in Japan bedeutet 2 Uhr nachts bei uns
- Mittagspartien in Japan fallen auf den frühen Morgen in Deutschland
- Spiele am Abend japanischer Zeit sind bei uns am Nachmittag zu sehen
Mitschnitte tauchen nach den Spieltagen meist zügig im Netz auf. Wer Ergebnisse vorher nicht sehen will, meidet an diesen Tagen besser die sozialen Netzwerke.
Hinzu kommt eine sprachliche Hürde. Kommentar in deutscher Sprache gab es bei den vergangenen Ausgaben nicht, gesendet wurde auf Englisch oder in den jeweiligen Landessprachen.
Wer nicht nachts wach bleiben möchte, greift also besser auf Aufzeichnungen zurück. Genaue Anstoßzeiten veröffentlicht das Organisationskomitee kurz vor den jeweiligen Tagen.
Esport bei den Asienspielen: die Einordnung
Für viele Leser dürfte überraschend sein, dass Computerspiele hier um Medaillen kämpfen. Tatsächlich ist es bereits die dritte Ausgabe mit Esport im Programm, nach 2018 und 2022.
Los ging es 2018 mit einer Vorführung ohne Wertung, 2022 folgten dann erstmals echte Medaillen.
Insgesamt stehen elf Disziplinen auf dem Plan. Neben League of Legends zählen dazu unter anderem eFootball, Gran Turismo 7, Street Fighter 6, Tekken 8 und Pokémon Unite. Gespielt wird auf PC, Konsole und Handy.
Medaillen zählen dabei regulär für den Spiegel der Nationen, genau wie im Schwimmen oder in der Leichtathletik. Genau das unterscheidet diese Wettbewerbe von gewöhnlichen Turnieren der Spielehersteller.
Pokémon Unite läuft dabei auf der Switch, Gran Turismo 7 auf der PlayStation 5. Ein Vergleich mit Europa fällt ernüchternd aus. Bei den Olympischen Spielen gibt es bislang keine vergleichbare Einbindung, stattdessen plant das Komitee eigene Wettbewerbe. Asien ist in diesem Punkt also mehrere Schritte voraus.
Ein Turnier, das seinen Reiz aus der Struktur zieht
Sportlich betrachtet ist die Ausgangslage klar. Südkorea gewinnt dieses Turnier mit großer Wahrscheinlichkeit, und der Rest kämpft um die verbleibenden zwei Plätze auf dem Treppchen. Als Spannungsbogen taugt das allein nicht.
Reizvoll bleibt der Blick auf die Länder ohne große Szene. Mannschaften aus Indien oder den Emiraten spielen hier gegen Gegner, denen sie im Alltag nie begegnen würden.
Interessant wird es durch das Format. Eine einzige Niederlage kann in der Endrunde alles kosten, und genau das gab es im Esport lange nicht. Wer gewohnt ist, dass Titel über lange Serien entschieden werden, erlebt hier eine ganz andere Art von Druck.
Aus deutscher Sicht bleibt es trotzdem ein Turnier zum Zuschauen aus der Ferne. Ohne europäische Beteiligung und mit Partien mitten in der Nacht wird daraus kein Pflichttermin. Sehenswert ist es für alle, die wissen wollen, wie eine Auswahlmannschaft im Esport überhaupt funktioniert.
Häufige Fragen zum LoL Turnier
Das League of Legends Turnier läuft vom 29. September bis zum 2. Oktober 2026. Die Gruppenphase belegt die ersten drei Tage. Endrunde, Bronzespiel und Finale fallen auf den 2. Oktober.
In Gruppe A spielen Vietnam, Malaysia, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Gruppe B besteht aus Südkorea, Taiwan, Hongkong und Indien. Südkorea und Taiwan wurden direkt eingeladen.
Südkorea gilt als klarer Favorit, angeführt von Faker. Taiwan und Vietnam werden als stärkste Verfolger gehandelt. Alle übrigen Nationen gelten als Außenseiter.
Bislang ist keine bestätigt. Üblicherweise laufen die Wettbewerbe über die Kanäle des Veranstalters und über Sender der beteiligten Länder. Beachte außerdem die Zeitverschiebung von sieben Stunden.
Die besten zwei jeder Gruppe erreichen die Runde der letzten vier. Danach entscheidet jeweils ein einzelnes Duell über das Weiterkommen. Für Bronze gibt es ein zusätzliches Spiel zwischen den beiden Verlierern.