Über 1.000 handgemachte Rätsel und mehr als 500 Stunden Spielzeit für alles: Mit diesen Zahlen wirbt Jonathan Blow für sein neues Spiel.
Order of the Sinking Star erscheint am 8. Oktober 2026 für PC, PS5 und Switch 2. Ein neuer Trailer zeigt jetzt die riesige Welt, während im Hintergrund ein Streit um die Nennung der Mitwirkenden schwelt.
Die Eckdaten im Überblick
Order of the Sinking Star ist das dritte große Spiel von Jonathan Blow. Der Designer wurde mit Braid aus dem Jahr 2008 und The Witness von 2016 bekannt. Entwickelt wird das neue Spiel von seinem Studio Thekla, veröffentlicht von Arc Games.
| Eckdaten | Order of the Sinking Star |
| Entwickler | Thekla |
| Publisher | Arc Games |
| Leitung | Jonathan Blow |
| Erscheinungstermin | 8. Oktober 2026 |
| Plattformen | PC über Steam, PS5, Switch 2 |
| Umfang | über 1.000 Rätsel in vier Welten |
| Spielzeit | über 500 Stunden für alles |
| Preis | umgerechnet rund 26 Euro, Europreis noch offen |
| Deutsche Texte | ja |
Alle drei Fassungen erscheinen am selben Tag. Eine Fassung für die erste Switch oder für Xbox ist nicht angekündigt.
Fast ein Jahrzehnt hat Thekla an dem Spiel gearbeitet. Vorgestellt wurde es im Dezember 2025 bei den Game Awards. Im Juni 2026 folgte eine Demo für den PC, die zahlreiche Rätselfans bereits ausprobiert haben. Die Demo lief ursprünglich nur eine Woche, wurde aufgrund der Nachfrage aber verlängert.
Der neue Trailer: Explore the Realm
Arc Games hat am 23. September 2026 den Trailer „Explore the Realm“ veröffentlicht. Er dauert rund zwölf Minuten und ist damit deutlich länger als ein üblicher Trailer. Im Mittelpunkt steht die Oberwelt, die alle Bereiche des Spiels miteinander verbindet.
Die Oberwelt erinnert an klassische Abenteuer im Stil von Zelda. Du bewegst dich von oben betrachtet durch ein großes Reich und entscheidest selbst, wohin du gehst. Eine feste Reihenfolge gibt es nicht. Laut Arc Games gibt es keinen einzigen richtigen Weg durch das Spiel.
Der Trailer zeigt außerdem, wie sich die Rätsel im Laufe des Spiels verändern. Frühe Aufgaben laufen noch in zwei Dimensionen ab. Später erweitert sich das Spiel in die dritte Dimension und wird deutlich komplexer.
Auch die Figuren kommen im Trailer zu Wort. Das Spiel setzt auf professionelle Sprecher. Die vollständige Besetzung will Arc Games kurz vor dem Start bekannt geben. Die Geschichte hält der Trailer dagegen weitgehend geheim.
Fans von The Witness dürfen aber vermutlich wieder mit einer versteckten tieferen Ebene rechnen. Blow selbst hat angedeutet, dass es eine solche Ebene gibt.
Vier Welten, ein Reich
Das Reich besteht aus vier Welten mit jeweils eigenen Regeln, Figuren und Geschichten. Jede Welt basiert auf einer anderen Idee für Rätsel. Alle Rätsel folgen dabei dem Prinzip des Schiebens von Kisten und Objekten, bekannt aus dem Klassiker Sokoban.
Das erwartet dich in den vier Himmelsrichtungen:
- Norden: Abenteurer einer Umzugsfirma kombinieren ihre Fähigkeiten
- Osten: Eine Händlerin nutzt magische Spiegel und ihre Spiegelbilder
- Westen: Ein Entdecker schaltet mit farbigen Lichtstrahlen Fähigkeiten frei
- Süden: Ein Seemann lässt Steine über das Wasser hüpfen und lenkt Wasser um
Jede dieser Welten würde für sich allein bereits ein eigenes Rätselspiel füllen. Genau das ist sie teilweise auch, wie wir weiter unten erklären.
Goldene Räume
Spannend wird es, wenn die Welten aufeinandertreffen. In sogenannten Goldenen Räumen vermischen sich Figuren und Regeln aus verschiedenen Bereichen. Dadurch entstehen neue Rätsel, die mehrere Mechaniken gleichzeitig verlangen.
Diese Räume dürften die größte Herausforderung des Spiels sein. Wer hier weiterkommen will, muss die Regeln aller vier Welten wirklich verstanden haben.
Über 1.000 Rätsel und Hunderte Stunden
Die Zahlen hinter Order of the Sinking Star sind gewaltig. Kaum ein Rätselspiel bietet einen vergleichbaren Umfang. Gleichzeitig musst du nicht alles lösen, um die Geschichte abzuschließen.
Diese Werte nennen Thekla und Jonathan Blow:
- Über 1.000 miteinander verbundene Rätsel laut offizieller Angabe
- Rund 250 Stunden für einen normalen Durchgang laut Blow
- Mehr als 500 Stunden, um wirklich jedes Rätsel zu lösen
- Dutzende verschiedene Mechaniken in vier Welten
Blow selbst sprach in Interviews sogar von mehr als 1.400 Rätseln. Offiziell wirbt Arc Games aber mit „über 1.000“. Beide Angaben passen zusammen, denn die offizielle Zahl ist bewusst vorsichtig formuliert.
Eigene Engine und eigene Sprache
Technisch geht Thekla einen ungewöhnlichen Weg. Das Studio hat eine eigene Engine gebaut, geschrieben in der hauseigenen Programmiersprache Jai. Blow entwickelte Jai unter anderem, weil ihm die Arbeit mit C++ bei The Witness keinen Spaß gemacht hatte. Nach dem Start will Thekla Sprache und Engine kostenlos veröffentlichen.
Preis, Pakete und Plattformen
In den USA kostet Order of the Sinking Star umgerechnet rund 26 Euro. Einen offiziellen Preis in Euro haben Thekla und Arc Games noch nicht genannt. Auf Steam lässt sich das Spiel derzeit nur auf die Wunschliste setzen. Der endgültige Preis dürfte spätestens zum Start im Store stehen.
Zum Start gibt es drei Pakete mit jeweils 10 Prozent Rabatt für begrenzte Zeit:
- Order of the Sinking Star mit Mewgenics
- Order of the Sinking Star mit Animal Well
- Order of the Sinking Star mit dem offiziellen Soundtrack
Die Kombination mit Mewgenics und Animal Well ist eine nette Idee. Beide Spiele gelten als starke Titel unabhängiger Entwickler. Wer eines davon noch nicht besitzt, spart mit dem Paket etwas Geld.
Deutsche Texte an Bord
Gute Nachricht für deutsche Spieler: Menüs und Untertitel gibt es vollständig auf Deutsch. Insgesamt unterstützt das Spiel elf Sprachen. Bei einem Spiel mit so vielen Erklärungen und Geschichten ist das ein echter Vorteil. Gerade jüngere Rätselfans kommen so leichter in die komplexen Regeln hinein.
Der Streit um die Nennung der Macher
Hinter den Kulissen gibt es seit Monaten Ärger. Order of the Sinking Star baut auf mehreren bestehenden Rätselspielen auf, die Thekla lizenziert hat. Deren Macher waren an der Entwicklung beteiligt und haben Rätsel für das neue Spiel entworfen.
Nach der Vorstellung im Dezember 2025 meldete sich Alan Hazelden öffentlich zu Wort. Er lobte das Spiel, kritisierte aber, dass auf der Seite im Store nur Blows Name prominent stand. Die Macher der ursprünglichen Spiele fehlten dort. Zudem distanzierte sich Hazelden von politischen Ansichten Blows. Jonah Ostroff und Sean Barrett schlossen sich seiner Kritik an.
Im Juni 2026 flammte die Debatte erneut auf. In frühen Fassungen standen am Eingang der Zonen noch Hinweise auf die ursprünglichen Designer. In der Demo waren diese Hinweise durch Symbole ersetzt. Viele Spieler forderten daraufhin in Foren, die Macher klar zu nennen.
Blow selbst äußerte sich kaum. Auf Nachfrage ließ er über seine Pressestelle nur einen Satz ausrichten: Die Mitwirkenden würden genannt werden.
Wer hinter den Rätseln steckt
Order of the Sinking Star ist diesmal kein Soloprojekt von Jonathan Blow. Mehrere bekannte Designer von Rätselspielen haben mitgearbeitet. Einige brachten ihre bestehenden Spiele als Grundlage mit.
| Designer | Beitrag |
| Alan Hazelden | Mirror Isles und Skipping Stones to Lonely Homes |
| Jonah Ostroff | Reihe Heroes of Sokoban |
| Sean Barrett | Reihe Promesst |
| Patrick Traynor | neue Rätsel |
| Zach Polansky | Leveldesign |
| Marc Ten Bosch | Leveldesign |
Die vier Welten gehen also direkt auf bestehende Spiele zurück. Die Spiegel im Osten stammen aus Mirror Isles, die hüpfenden Steine im Süden aus Skipping Stones to Lonely Homes. Genau deshalb halten viele Fans eine klare Nennung für selbstverständlich.
Wie Thekla reagiert hat
Inzwischen hat Thekla nachgebessert. Auf der offiziellen Webseite nennt ein Bereich mit häufigen Fragen alle ursprünglichen Entwickler. Hazelden bezeichnete das als positiven Schritt. Zudem hat Thekla zugesagt, alle Beteiligten im fertigen Spiel zu nennen. Hazelden kündigte an, seine Einnahmen aus dem Spiel an benachteiligte Entwickler zu spenden.
Ein Rätselmonster, das seine Macher sichtbar machen muss
Rein spielerisch ist Order of the Sinking Star für uns einer der spannendsten Titel des Herbstes. Vier durchdachte Welten, Goldene Räume und Hunderte Stunden Inhalt sind für Fans von Rätseln ein Traum. Für umgerechnet rund 26 Euro bekommt kaum ein Spiel so viel Umfang.
Trotzdem darf Thekla die Nennung der Mitwirkenden nicht als Nebensache behandeln. Das Spiel lebt von Ideen, die andere Designer über Jahre entwickelt haben. Diese Menschen gehören sichtbar in den Abspann, auf die Seite im Store und in die Zonen des Spiels. Ein Eintrag in den häufigen Fragen auf der Webseite reicht dafür nicht aus.
Unsere Empfehlung: Wer Sokoban, Baba Is You oder The Witness liebt, sollte am 8. Oktober zugreifen. Nimm dir aber Zeit, denn dieses Spiel ist ein Projekt für Monate. Probiere vorher am besten die Demo aus, falls sie noch verfügbar ist, und achte beim Start darauf, wie Thekla die Macher im fertigen Spiel würdigt.
Häufige Fragen zu Order of the Sinking Star
Das Spiel erscheint am 8. Oktober 2026. Es kommt gleichzeitig für PC über Steam, PS5 und Switch 2. Andere Plattformen sind nicht angekündigt.
In den USA kostet das Spiel umgerechnet rund 26 Euro. Einen offiziellen Preis in Euro gibt es noch nicht. Zum Start gibt es zudem Pakete mit Mewgenics, Animal Well oder dem Soundtrack mit 10 Prozent Rabatt.
Offiziell sind es über 1.000 Rätsel in vier Welten. Jonathan Blow sprach sogar von mehr als 1.400. Für alle Rätsel brauchst du laut Entwicklern über 500 Stunden.
Mehrere Designer, deren Spiele als Grundlage dienen, kritisierten ihre fehlende Nennung. Thekla hat inzwischen alle ursprünglichen Entwickler auf der Webseite aufgeführt. Im fertigen Spiel sollen alle Mitwirkenden genannt werden.
Ja, Menüs und Untertitel sind vollständig auf Deutsch verfügbar. Insgesamt unterstützt das Spiel elf Sprachen. Das erleichtert den Einstieg in die komplexen Regeln.