RoadCraft ist die neue Schwerlastmaschinen-Simulation von Saber Interactive und Focus Entertainment – und setzt von Beginn an auf kooperatives Spielen als zentrales Erlebnis. Was der gemeinsame Modus genau bietet, wie er funktioniert und warum er das Spiel auf ein neues Level hebt, erklärt dieser Ratgeber.
Was ist RoadCraft?
RoadCraft erschien am 20. Mai 2025 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC . Es stammt aus dem Studio Saber Interactive, das bereits die Off-Road-Simulationen MudRunner und SnowRunner entwickelt hat – Spiele, die für ihre realistische Physik und anspruchsvolle Geländedynamik bekannt sind . RoadCraft geht einen Schritt weiter und führt erstmals schwere Baumaschinen als Hauptelement ein.
Das Grundkonzept: Naturkatastrophen haben Regionen verwüstet, und die Aufgabe der Spieler ist es, die Infrastruktur wieder aufzubauen. Straßen werden neu gepflastert, Brücken wiederhergestellt, Trümmer geräumt und Ressourcen verwaltet. Die neue Physik-Engine des Studios ermöglicht dabei eine realistische Interaktion mit Materialien wie Holz, Sand, Erde und Asphalt. Was dieses Spielkonzept besonders spannend macht: Es funktioniert allein – entfaltet aber seine volle Wirkung zu mehreren.
Der gemeinsame Modus als Herzstück
Noch vor der Veröffentlichung zog der Koop-Modus große Aufmerksamkeit auf sich. Während des Steam Next Fest – einem Demoevent auf der Steam-Plattform – war der gemeinsame Modus laut Focus Entertainment und Saber Interactive das meistgelobte Element der Demo. Das veranlasste die Entwickler, einen eigenen Trailer speziell für den Koop-Modus zu veröffentlichen.
Der gemeinsame Modus unterstützt bis zu vier Spieler gleichzeitig auf der Karte eines Gastgebers. Wer allein spielt, kann jederzeit von anderen besucht werden – und wer zu einem laufenden Spiel hinzukommt, muss nicht von vorne anfangen. Das macht RoadCraft zu einem Spiel, das organisch zwischen Einzel- und Mehrspieler-Erlebnis wechselt.
Alle Multiplayerfunktionen im Überblick
Der Koop-Modus von RoadCraft bringt vier Kernfunktionen mit, die das gemeinsame Spielen besonders zugänglich machen:
| Funktion | Beschreibung |
| Plattformübergreifendes Spielen (Crossplay) | PlayStation-5-, Xbox- und PC-Spieler können gemeinsam spielen – keine Plattformtrennung |
| Flexibles Ein- und Aussteigen (Drop-in/Drop-out) | Jederzeit einer laufenden Partie betreten oder verlassen, ohne die Session zu unterbrechen |
| Geteilter Spielfortschritt | Gäste können wählen: Fortschritt mit dem Gastgeber synchronisieren oder als unabhängiger Gast beitreten |
| Eingebauter Sprachkanal | Direkte Kommunikation ohne externe Programme – der Sprachkanal ist direkt im Spiel integriert |
Besonders die plattformübergreifende Funktion ist ein wichtiges Feature: Wer auf PC spielt, kann also direkt mit Freunden auf PlayStation 5 oder Xbox bauen – ohne dass jemand das Spiel auf einer anderen Plattform kaufen muss, solange man dieselbe Version besitzt.
Wie die Aufgabenteilung im Koop funktioniert
Was RoadCraft vom gemeinsamen Spielen in anderen Simulationen unterscheidet, ist die natürliche Arbeitsteilung, die das Spielkonzept ermöglicht. Jede Aufgabe auf der Karte ist komplex genug, um mehrere Rollen gleichzeitig zu erfordern:
Ein Spieler steuert den Baukran und hebt Trümmer oder steckengebliebene Fahrzeuge aus dem Schlamm. Ein anderer übernimmt den Planierraupen-Einsatz und ebnet den Boden für eine neue Straße. Ein dritter kümmert sich um die Logistik: Baumaterial wird von einer Stelle zur anderen transportiert, Ressourcen werden recycelt und dorthin gebracht, wo sie gebraucht werden. Ein vierter Spieler kann die Route planen und Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf der Karte festlegen, damit Versorgungskonvois effizient fahren können.
Diese Rollenverteilung entsteht nicht durch ein erzwungenes Klassensystem – sie ergibt sich natürlich aus den über 40 verschiedenen Fahrzeugen und Maschinen, die das Spiel bietet. Kein Spieler ist auf eine Rolle festgelegt, jeder kann wechseln. Das erzeugt eine organische Zusammenarbeit, die sich mit steigender Spieleranzahl immer reibungsloser anfühlt.
Der geteilte Fuhrpark
Ein besonderes Detail des Koop-Modus ist, dass alle Spieler denselben Fuhrpark des Gastgebers nutzen. Das bedeutet: Die Maschinen sind gemeinsames Eigentum innerhalb der Session – wer gerade eine schwere Planierraupe braucht, nimmt sie sich aus dem verfügbaren Pool. Das schafft echte gegenseitige Abhängigkeit und fördert Kommunikation.
Fährt ein Spieler mit einem Kran irgendwo auf der Karte, kann er jederzeit einem Mitspieler zu Hilfe kommen, dessen Fahrzeug im Schlamm feststeckt. Dieses Moment – ein Kran, der mitten in einer schwierigen Geländepassage auftaucht und ein steckengebliebenes Fahrzeug hebt – ist laut Entwicklern eines der emotionalen Herzstücke des Koop-Erlebnisses.
Die Karten und was sie bieten
RoadCraft bietet acht Karten, die jeweils vier Quadratkilometer groß sind und verschiedene Regionen der Welt repräsentieren. Auf jeder Karte warten zerstörte Infrastrukturen, die Schritt für Schritt wiederhergestellt werden müssen. Die Größe von vier Quadratkilometern ist dabei bewusst gewählt: groß genug, um mehrere Spieler gleichzeitig mit unterschiedlichen Aufgaben zu beschäftigen, aber kompakt genug, um gemeinsam den Überblick zu behalten.
Die Materialinteraktion ist dabei ein zentrales Element des Spielgefühls: Erde, Sand, Holz und Asphalt verhalten sich physikalisch realistisch. Ein Bulldozer hinterlässt echte Spuren im Boden, Schlamm verändert die Fahreigenschaften der Maschinen, und abgetragenes Material muss abtransportiert oder vor Ort weiterverarbeitet werden. Zu mehreren bietet die Physik-Engine Momente, die alleine kaum entstehen. Wenn zwei Planierraupen gemeinsam eine Passage frei räumen oder ein Kran einen schweren Lastwagen über ein Hindernis hebt.
Spielfortschritt: Mit oder ohne Synchronisierung
Eine der durchdachtesten Entscheidungen im RoadCraft-Koop ist das flexible Fortschrittssystem. Wer einer Session beitritt, hat die Wahl: Den eigenen Spielfortschritt mit dem Gastgeber synchronisieren – dann werden alle gemeinsam abgeschlossenen Aufgaben auch für den Gast gewertet, oder einfach als unabhängiger Besucher mitspielen, ohne den eigenen Einzelspielerverlauf zu beeinflussen.
Das macht den Koop-Modus auch für kurzfristige Treffen praktisch. Man muss sich nicht vorab absprechen, ob man „echten” Fortschritt machen will oder nur zusammen spielen möchte. Beides ist jederzeit möglich, und die Drop-in/Drop-out-Funktion stellt sicher, dass kein laufendes Spiel unterbrochen werden muss, wenn jemand dazukommt oder geht.
RoadCraft im Vergleich zu SnowRunner und MudRunner
Wer die Vorgänger von Saber Interactive kennt, weiß: MudRunner und SnowRunner hatten ebenfalls Mehrspielermodi, aber diese waren weniger nahtlos integriert. In der Community-Diskussion zu RoadCraft wird mehrfach betont, dass der Koop in diesem Titel von Anfang an mitgedacht wurde – nicht als nachträgliches Feature, sondern als zentrales Designprinzip.
Das zeigt sich in kleinen Details: Der eingebaute Sprachkanal eliminiert das lästige Wechseln zu externen Kommunikationsprogrammen. Das plattformübergreifende Spielen war in früheren Saber-Titeln nicht von Beginn an vorhanden. Und die geteilte Fahrzeugflotte erzeugt eine Art von Zusammenarbeit, die in früheren Titeln fehlt, weil jeder Spieler seinen eigenen Fuhrpark verwaltete.
Verfügbarkeit und Preis
RoadCraft ist seit dem 20. Mai 2025 erhältlich und kann auf Steam, dem Epic Games Store, dem PlayStation Store und dem Microsoft Store gekauft werden. Es gibt zwei Ausgaben:
Die Standardausgabe enthält das Grundspiel inklusive des Vorbesteller-Fahrzeugs Aramatsu Bowhead 30T. Die Rebuild-Ausgabe enthält zusätzlich die Rebuild-Erweiterung mit zwei weiteren Karten, neuen Aufträgen, Aktivitäten und Nutzfahrzeugen sowie dem Invictus Type A-Fahrzeug. Preise variieren je nach Händler und Plattform. In Deutschland bewegt sich die Standardausgabe auf Steam typischerweise im Bereich von 35 bis 45 EUR.
Häufige Fragen (FAQ)
Bis zu vier Spieler können gleichzeitig auf der Karte eines Gastgebers spielen. Jeder kann dabei eigene Fahrzeuge aus dem gemeinsamen Fuhrpark übernehmen und unterschiedliche Aufgaben auf der Karte übernehmen.
Ja. RoadCraft unterstützt plattformübergreifendes Spielen zwischen PC (Steam, Epic Games Store), PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Spieler müssen sich also nicht auf derselben Plattform befinden, um gemeinsam zu bauen.
Ja. Der eingebaute Sprachkanal ist eine praktische Zusatzfunktion, aber kein Muss. RoadCraft lässt sich auch ohne Kommunikation kooperativ spielen – die Spielmechanik macht es intuitiv, Aufgaben aufzuteilen, ohne dass ständige Absprache nötig ist.
Nein. Das Fortschrittssystem lässt Gäste wählen: Entweder wird der Fortschritt mit dem Gastgeber synchronisiert – dann werden gemeinsam abgeschlossene Aufgaben auch für den Gast gewertet – oder man spielt als unabhängiger Gast ohne Auswirkung auf den eigenen Einzelspielerstand.
Ja. Der Einzelspielermodus ist vollwertig und bietet denselben Inhalt wie der Koop. Sämtliche acht Karten, alle Fahrzeuge und alle Aufgaben sind allein zugänglich. Der Koop-Modus erweitert das Erlebnis, ist aber keine Voraussetzung, um das Spiel vollständig zu genießen.

