Wer regelmäßig Spiele kauft – besonders in den bekannten Steam-Rabattaktionen – kennt das Problem: Die Bibliothek wächst ins Unüberschaubare, und irgendwann findet man das Spiel, das man eigentlich starten wollte, einfach nicht mehr. Mit den richtigen Werkzeugen direkt in Steam lässt sich das in wenigen Stunden in Ordnung bringen – ohne zusätzliche Programme, ohne Bezahlung, einfach mit den eingebauten Funktionen. Dieser Leitfaden zeigt, wie es geht.
Was Steam an Bordmitteln bietet
Steam hat seine Bibliotheksfunktionen über die Jahre erheblich ausgebaut. Das große Redesign von 2019 brachte die heutige Grundstruktur mit Sammlungen, Filtern und dem Startseiten-Bereich. Im September 2025 folgte ein weiteres bedeutendes Update, das ein komplett neues Sortiersystem einführte.
Die heute verfügbaren Kernfunktionen im Überblick:
- Sammlungen (früher: Kategorien): Eigene Gruppen, denen Spiele manuell oder per Filter zugewiesen werden
- Dynamische Sammlungen: Gruppen, die sich automatisch anhand von Merkmalen befüllen – zum Beispiel „alle Spiele mit dem Etikett Rollenspiel”
- Benutzerdefinierte Sortiertitel: Seit dem September-2025-Update kann jedem Spiel ein eigener Sortiername gegeben werden, ohne den Anzeigenamen zu ändern
- Verstecken: Spiele können aus der sichtbaren Liste entfernt werden, bleiben aber im Konto
- Filter: Die Bibliothek kann nach Installationsstatus, Spielzeit, Genre-Etiketten und mehr gefiltert werden
- Suchfunktion: Direkt in der Bibliothek nach Titeln, Etiketten oder Genres suchen
Sammlungen erstellen – so funktioniert es
Sammlungen sind der wichtigste Baustein für eine ordentliche Bibliothek. Man kann sich vorstellen, sie funktionieren wie Ordner auf dem Schreibtisch – jedes Spiel kann dabei in mehreren Sammlungen gleichzeitig auftauchen.
Eine neue Sammlung erstellen funktioniert so: In der Bibliothek einfach mit der rechten Maustaste auf ein Spiel klicken, dann auf „Hinzufügen zu” und anschließend auf „Zur neuen Sammlung hinzufügen”. Es erscheint ein Feld, in dem der Sammlungsname eingetippt wird. Das Spiel ist ab sofort in dieser Sammlung, die im linken Menü der Bibliothek erscheint.
Weitere Spiele können dann entweder per Rechtsklick zur Sammlung hinzugefügt werden oder – praktischer bei vielen Spielen – direkt in der Listenansicht mehrere Spiele gleichzeitig per Häkchen markiert und gemeinsam einer Sammlung zugewiesen werden.
Die Reihenfolge der Sammlungen im Seitenmenü lässt sich durch Ziehen mit gedrückter Maustaste beliebig sortieren. Wer bestimmte Sammlungen immer oben haben möchte, zieht sie einfach an die oberste Position.
Bewährte Sammlungsstrukturen für verschiedene Bibliotheksgrößen
GameStar empfiehlt für die meisten Spielenden ein System aus fünf Kernsammlungen als Ausgangspunkt. Wer weniger als 100 Spiele hat, braucht oft nicht mehr als das – wer mehrere hundert besitzt, kann feiner unterteilen:
| Sammlungsname | Inhalt | Eignet sich für |
| Zuletzt gespielt / Aktiv | Spiele, die gerade aktiv gespielt werden | Schneller Zugriff auf laufende Projekte |
| Muss ich noch spielen | Gekaufte Spiele, die noch nicht angefangen wurden | Den berühmten „Stapel der Schande” sichtbar machen |
| Favoriten / Dauerbrenner | Spiele, zu denen man immer zurückkommt | Zeitlose Klassiker greifbar halten |
| Nach Genre (z. B. Rollenspiel, Strategie, Shooter) | Spiele nach Spieltyp sortiert | Für größere Bibliotheken mit über 100 Titeln |
| Versteckt / Aussortiert | Spiele, die man nie spielen wird | Aufgeräumte Hauptliste ohne unnötigen Ballast |
Das neue Sortiersystem – benutzerdefinierte Titel vergeben
Das im September 2025 eingeführte Sortiersystem ist besonders nützlich für Serien und Franchises. Das Problem davor: Eine Spielereihe wie die Assassin’s-Creed-Spiele wurde in der Bibliothek alphabetisch sortiert angezeigt – Assassin’s Creed Origins kam also vor Assassin’s Creed II, obwohl es deutlich neuer ist.
Mit dem neuen System kann für jedes Spiel ein eigener Sortiertitel vergeben werden, der nur für die Sortierung in der Bibliothek gilt – der sichtbare Name des Spiels bleibt unverändert. Der Weg dorthin: Rechtsklick auf ein Spiel, dann „Eigenschaften”, dann den Reiter „Anpassen” wählen. Dort findet sich das Feld für den benutzerdefinierten Sortiertitel.
Ein praktisches Beispiel: Die Spiele einer Reihe intern als „Assassins Creed 01″, „Assassins Creed 02″ usw. benennen – dann erscheinen sie in der Bibliothek automatisch in der richtigen Reihenfolge. Die interne Nummerierung mit führenden Nullen (01, 02, 03 statt 1, 2, 3) stellt sicher, dass die Sortierung bei mehr als neun Teilen korrekt bleibt.
Dynamische Sammlungen – Automatik für große Bibliotheken
Wer viele Spiele besitzt, profitiert besonders von dynamischen Sammlungen, die sich automatisch befüllen. Dabei werden keine Spiele manuell zugewiesen – stattdessen werden Regeln festgelegt, und Steam sucht selbst nach allen Spielen, die diese Regeln erfüllen.
Eine dynamische Sammlung erstellen: Im linken Menü der Bibliothek auf das Plus-Symbol neben „Sammlungen” klicken und „Neue dynamische Sammlung erstellen” wählen. Danach öffnet sich ein Filtermenü, in dem Bedingungen kombiniert werden können:
- Alle Spiele mit dem Etikett „Rollenspiel” → automatische RPG-Sammlung
- Alle Spiele mit mehr als 10 Stunden Spielzeit → „Viel gespielt”-Sammlung
- Alle Spiele, die nicht installiert sind und ein bestimmtes Etikett haben → praktisch als Kaufliste
- Kombination aus Etikett + Installationsstatus → sofortige Spielauswahl ohne Suche
Der Vorteil: Sobald ein neues Spiel gekauft wird, das die Bedingungen erfüllt, erscheint es automatisch in der Sammlung – ohne dass etwas manuell gemacht werden muss.
Spiele verstecken – Aufräumen ohne Löschen
Für viele Spielende gibt es eine Handvoll Titel, die sie nie spielen werden – oft aus Bündeln mitgekauft oder als Geschenk erhalten. Diese können einfach versteckt werden: Sie bleiben im Konto, erscheinen aber nicht in der normalen Listenansicht.
Verstecken funktioniert über Rechtsklick auf das Spiel, dann „Verwalten” und „Aus Bibliothek ausblenden”. Um versteckte Spiele wieder anzuzeigen, muss oben rechts in der Bibliothek der Suchbereich geöffnet und ganz unten im Filtermenü der Punkt „Versteckte Spiele” aktiviert werden.
Das Verstecken empfiehlt sich besonders für:
- Spiele aus Bündeln, die man nicht gestartet hat und nicht starten wird
- Spielerweiterungen, die als eigenständige Einträge in der Bibliothek auftauchen, obwohl man das Basisspiel nicht besitzt
- Demo-Versionen, die nach dem Erscheinen der Vollversion in der Liste verblieben sind
- Spiele, die bei einer anderen Person im Haushalt über Familienbibliothek geteilt wurden und in der eigenen Liste stören
Etiketten nutzen – die unterschätzte Suchfunktion
Steam weist jedem Spiel automatisch Etiketten zu – von der Entwicklergemeinschaft eingetragene Stichworte wie „Open World”, „Rundenstrategie”, „Indie” oder „Koop”. Diese Etiketten können in der Bibliothekssuchleiste direkt eingegeben werden, um gezielt nach Spielen einer bestimmten Art zu suchen.
Praktisch ist das zum Beispiel, wenn spontan nach einem kurzen Spiel gesucht wird: Einfach „kurze” oder „leicht” in die Suchleiste eingeben und schauen, welche Spiele der eigenen Bibliothek damit etikettiert sind. Wer eigene Etiketten vergeben möchte, kann das ebenfalls über Rechtsklick und die Spieleigenschaften tun.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Nein – Steam bietet keine Möglichkeit, ein Spiel vollständig aus dem Konto zu entfernen. Das Verstecken ist die einzige Möglichkeit, es aus der Sichtbarkeit zu entfernen, ohne den Eintrag vollständig zu löschen.
Ja. Im Gegensatz zu echten Ordnern kann ein Spiel in Steam beliebig vielen Sammlungen gleichzeitig angehören – es wird lediglich ein Verweis gesetzt, kein Duplikat erstellt.
Sammlungen und Einstellungen werden mit dem Steam-Konto synchronisiert und sind auf jedem Gerät verfügbar, auf dem man eingeloggt ist.
Mit dem Sortiertitel-System aus dem September-2025-Update: In den Eigenschaften jedes Spiels einen benutzerdefinierten Sortiernamen mit Nummerierung vergeben, ohne den Anzeigenamen zu ändern.
Steam setzt kein offizielles Limit für die Anzahl der Sammlungen. In der Praxis lässt sich die Bibliothek in so viele Gruppen unterteilen, wie es sinnvoll erscheint – von fünf groben Kategorien bis zu mehreren Dutzend Feinsortierungen nach Genre, Serie oder Spielstatus.

