Mitten im Erfolg von Doom: The Dark Ages – Revelations trifft der große Xbox-Umbau ausgerechnet das Kult-Studio besonders hart. Rund 136 Stellen fallen bei id Software weg. Wir fassen zusammen, was bekannt ist und was das für zukünftige Doom-Spiele bedeutet.
Entlassungen bei id Software: Was genau passierte
Am 7. Juli 2026 feierten Fans weltweit den Release der Story-Erweiterung Revelations. Gleichzeitig begann Microsoft mit massiven Entlassungen bei id Software. Das Timing traf die Branche wie ein Schlag.
Insgesamt verloren 136 Mitarbeiter bei id Software ihren Job. Davon arbeiteten 96 am Hauptsitz in Richardson, Texas. Weitere 40 Remote-Mitarbeiter erhielten ebenfalls ihre Kündigung. Zusätzlich verloren 22 Stellen bei Bethesda Game Studios Austin ihre Arbeit, was den ZeniMax-Texas-Bereich insgesamt auf 158 Entlassungen bringt.
Der Kahlschlag ist Teil eines riesigen Xbox-Resets. Microsoft Gaming baute im Geschäftsjahr 2026 insgesamt 3.200 Stellen ab. Allein in der ersten Juli-Woche 2026 fielen davon 1.600 Stellen weg.
Der Zeitstrahl: So liefen die Ereignisse ab
Die Ereignisse der vergangenen Woche überschlugen sich regelrecht. Hier siehst du, was wann passierte:
- 6. Juli 2026: Microsoft kündigt unter Xbox-Chefin Asha Sharma einen drastischen Strategiewechsel an.
- 7. Juli 2026: Revelations erscheint planmäßig – und erste Berichte über Entlassungen bei id Software kommen heraus.
- 8. Juli 2026: Eine offizielle WARN-Meldung in Texas bestätigt den Verlust von 136 Stellen.
- 10. Juli 2026: id Software meldet sich auf X (ehemals Twitter) zu Wort und versucht, die Community zu beruhigen.
- 11. Juli 2026: Branchenveteranen wie John Carmack und John Romero äußern sich öffentlich und kritisch.
Ausmaß des Stellenabbaus im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Stellen bei id Software konkret gestrichen wurden:
| Bereich | Entlassungen | Status |
| Richardson Office (Hauptsitz) | 96 | Bestätigt |
| Remote-Mitarbeiter | 40 | Bestätigt |
| Gesamt id Software | 136 | Bestätigt |
Außerdem verlor der gesamte ZeniMax-Texas-Bereich deutlich mehr Mitarbeiter, wie diese Übersicht zeigt:
| Studio | Entlassungen | Status |
| id Software | 136 | Bestätigt |
| Bethesda Game Studios Austin | 22 | Bestätigt |
| Gesamt ZeniMax Texas | 158 | Bestätigt |
Vor den Entlassungen beschäftigte id Software schätzungsweise 185 bis 200 Mitarbeiter. Danach entspricht die Teamgröße laut Studioleitung dem Stand von 2016. Das ist also der Zeitraum des erfolgreichen Doom-Reboots.
Was die Betroffenen selbst sagen
Die Reaktionen der entlassenen und verbliebenen Entwickler sprechen eine deutliche Sprache. Senior Gameplay Systems Programmer Michael Maynard schrieb öffentlich dazu:
Microsoft und Xbox haben entschieden, dass die Hälfte des Teams als nutzlos gilt und gehen musste – trotz all der erstaunlichen Arbeit jedes Designers, Programmierers, Künstlers, Audiospezialisten und Leveldesigners.
Besonders erschütternd ist der Bericht von Principal VFX Artist Derek Best. Er schildert die Situation in seiner Abteilung so:
Das VFX-Team wurde auf einen einzigen Künstler ohne Leiter oder Produzenten reduziert. Der für die massiven Verbesserungen der VFX-Pipeline verantwortliche Programmierer wurde ebenfalls entlassen.
Damit verliert id Software also nicht nur Menschen, sondern auch jahrelang aufgebautes Spezialwissen. Das lässt sich nicht so einfach ersetzen.
John Carmack und die bittere Wahrheit über Microsoft
Auch Branchenlegende John Carmack meldete sich zu Wort. Der Mitgründer von id Software äußerte sich offen über seine Enttäuschung:
Um langfristig weiter produziert zu werden, müssen Spiele erfolgreich sein, nicht nur geliebt werden. Meine Hoffnung auf Microsoft als guten Verwalter wurde getäuscht.
Carmacks Worte treffen einen wunden Punkt. Denn Doom: The Dark Ages war kommerziell erfolgreich. Dennoch reichten die Einnahmen Microsoft offenbar nicht aus. Stattdessen setzt der Konzern auf drastische Kostensenkungen, um Gewinnmargen zu steigern.
Welche Abteilungen besonders hart getroffen wurden
Nicht alle Bereiche bei id Software traf es gleich stark. Manche Abteilungen verloren fast ihre gesamte Belegschaft. Das sind die am härtesten betroffenen Bereiche:
- Qualitätssicherung (QA): Massiver Stellenabbau, der die Spielentwicklung langfristig verlangsamt.
- Visuelle Effekte (VFX): Das gesamte Team schrumpfte auf einen einzigen Künstler zusammen.
- Engine-Entwicklung: Wichtige Architekten der hauseigenen id Tech 8 wurden entlassen.
Besonders die VFX-Abteilung zeigt, wie radikal Microsoft vorging. Weder Abteilungsleiter noch Produzenten verblieben im Team. Das stellt die visuelle Qualität zukünftiger Projekte ernsthaft in Frage.
Die Zukunft der id Tech Engine ist ungewiss
Die id Tech Engine ist seit den 1990er Jahren das technische Herzstück von id Software. Allerdings wurden nun wichtige Entwickler der neuesten Version id Tech 8 entlassen. Branchenbeobachter spekulieren daher über einen möglichen Wechsel zur Unreal Engine 5.
Ein solcher Wechsel wäre mehr als ein technisches Upgrade. Er würde den Verlust einer jahrzehntelangen Identität bedeuten. Bislang ist das jedoch nicht bestätigt – es handelt sich um Spekulation aus der Branche.
Gefährdete Projekte: Was auf dem Spiel steht
Vor den Entlassungen arbeitete id Software an mehreren Prototypen. Deren Status gilt nun als ungewiss oder gestrichen. Folgende Projekte sind betroffen:
- Projekt „Fury”: Ein Sci-Fi-Noir-Actionspiel im Stil eines Actionthrillers.
- Projekt „Ironwood”: Ein Survival-Spiel mit Robotern im Western-Setting.
- Quake-Neustart: Ein möglicher Nachfolger der Quake-Reihe, dessen Entwicklung nun vermutlich verzögert oder eingestellt wurde.
Keines dieser Projekte war offiziell angekündigt. Trotzdem zeigen die Informationen, wie viel kreatives Potenzial möglicherweise verloren geht.
Was bleibt von id Software übrig?
Das Studio bleibt bestehen – das bestätigte id Software selbst in seiner Stellungnahme vom 10. Juli 2026. Allerdings arbeitet das Team nun mit einer Größe wie zuletzt im Jahr 2016. Damals entstand der gefeierte Doom-Reboot mit einem vergleichsweise kleinen Kern.
Ob das ausreicht, um große Spiele wie bisher zu entwickeln, ist offen. Vor allem der Verlust spezialisierter Experten wiegt schwer. Erfahrung, die über Jahre aufgebaut wurde, geht in solchen Wellen für immer verloren.
Außerdem hat die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) bereits Proteste angekündigt. Denn die Kündigungen erfolgten ohne ausreichende Vorwarnung, besonders für Remote-Mitarbeiter.
Das sagt dieser Einschnitt über die Xbox-Strategie aus
Microsoft konzentriert sich fortan nur noch auf sogenannte Mega-Franchises. Dazu zählen Halo, Fallout, The Elder Scrolls und Doom. Studios, die nicht in dieses Schema passen, wurden in die Unabhängigkeit entlassen.
Das klingt zunächst nach einem klaren Plan. Tatsächlich aber zeigen die Entlassungen bei id Software, dass selbst erfolgreiche Studios nicht sicher sind. Denn Doom: The Dark Ages war kein Misserfolg. Dennoch traf der Kahlschlag das Studio ohne Rücksicht.
Was dieser Kahlschlag für die Doom-Reihe wirklich bedeutet
Der Xbox-Kahlschlag bei id Software ist eine Zäsur für die Spielebranche. Das Studio, das mit Doom und Quake die Geschichte des Shooters schrieb, wurde auf den Stand von 2016 zurückgesetzt. Zwar bleibt es bestehen, doch das Vertrauen der Entwickler in Microsoft ist schwer erschüttert.
Für Fans bedeutet das: Neue Doom-Spiele werden kommen, aber unter ganz anderen Bedingungen. Die Frage ist nicht, ob id Software überlebt – sondern in welcher Form.
Häufig gestellte Fragen
Nein. Das Studio bleibt bestehen und arbeitet weiter. Allerdings wurde die Belegschaft drastisch verkleinert. Die Teamgröße entspricht jetzt etwa dem Stand von 2016.
Microsoft begründet die Entlassungen mit dem Ziel, Gewinnmargen zu steigern. Hohe Verkaufszahlen allein reichen dem Konzern offenbar nicht mehr aus, um Studios in bisheriger Größe zu halten.
Besonders hart traf es die VFX-Abteilung, die Qualitätssicherung und die Engine-Entwicklung. Das VFX-Team schrumpfte auf einen einzigen Künstler zusammen.
Die Entwicklung der Engine ist stark gefährdet, da wichtige Kernentwickler entlassen wurden. Ein Wechsel zur Unreal Engine 5 wird spekuliert, ist aber bislang nicht bestätigt.
Die Communications Workers of America hat Proteste angekündigt. Außerdem verhandelt sie über Abfindungen für die betroffenen Mitarbeiter, da viele ohne ausreichende Vorwarnung entlassen wurden.